Diskussionen um Verbot der organisierten Sterbehilfe

Die liberale Regelung der Sterbehilfe sorgt in der Schweiz und im Ausland immer wieder für Unmut. Deshalb hatte Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf im Herbst zwei Änderungsvorschläge präsentiert: Entweder soll die organisierte Sterbehilfe ganz verboten oder stärker reglementiert werden. Bei den Parteien finden die beiden Möglichkeiten jedoch kaum Zuspruch wie NZZ Online jetzt berichtet.

Eine Mehrheit sprach sich bei der Vernehmlassung für die geltende Regelung aus. SVP, FDP und Grüne wollen keine Änderung im Strafgesetzbuch. Bisher ist die Sterbehilfe nur dann verboten, wenn sie aus selbstsüchtigen Motiven wie aus Rache erfolgt. Damit könne jede Art von Missbräuchen, vor allem die Kommerzialisierung der Sterbehilfe, verhindert werden, so die FDP.

Das diskutierte Verbot findet vor allem bei Kirchen Unterstützung. Ein Verbot würde die problematischen Aktionen der Organisationen stoppen, so die Schweizerische Evangelische Allianz, die reformierte Landeskirchen und Freikirchen vertritt.

Eine stärkere Reglementierung, welche die Justizministerin vorschlug, sieht vor, dass sich Sterbehilfeorganisationen auf die Hilfe an todkranken Personen beschränken. Ausserdem müssen Sterbewillige Gutachten zweier verschiedener unabhängiger Ärzte vorlegen, die bestätigen, dass sie urteilsfähig sind und dass sie an einer physischen Krankheit leiden, die in kurzer Zeit zum Tod führen wird. Die Nationale Ethikkommission NEK hält diese Reglementierung aber für zu strikt. Ähnlich sieht das auch die SP. Sie findet zudem, dass das Strafgesetz nicht der richtige Ort ist, um die Hilfe zum Suizid zu regeln. Besser wäre ein Aufsichtsgesetz.

Die Vernehmlassung läuft noch bis heute. Da sich wahrscheinlich die Mehrheit der Parteien nicht für die Vorschläge aussprechen wird, muss der Bundesrat in Sachen organisierter Sterbehilfe wohl noch einmal über andere Möglichkeiten nachdenken.

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