Ein Modell für Elternzeit

Das erste Jahr ist für die Entwicklung des Kindes sehr wichtig und für die Eltern eine belastende Zeit. Nun widmet sich die Eidgenössische Koordinationskommission für Familienfragen EKFF einem Modell für Elternzeit. Nach dem Vorbild von Deutschland oder Schweden. Dort kann sich ein Elternteil ein Jahr lang ganz der Betreuung des Kindes widmen.

Jürg Krummenacher, der Präsident der EKFF, sagte gegenüber der NZZ, dass die Finanzierung zwar ein Knackpunkt sei, die Kosten dafür aber eher bescheiden ausfallen würden. Die Idee steht im Zentrum eines Richtungswechsels in der Schweizer Familienpolitik.

Warum braucht es einen Richtungswechsel? Heute werden Fragen bezüglich familien- und schulergänzender Kinderbetreuung nur vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Interessen sowie der Vereinbarkeit von Familie und Beruf diskutiert. Dabei scheint es seltsamerweise das traditionelle Familienbild zu sein, das – wie in den Abstimmungen zu HarmoS sichtbar wurde – familienpolitische Neuerungen verhindert.

Gerade in schwierigen Zeiten suchen Menschen und eben auch Eltern Zuflucht zu Traditionen. Auch wenn diese Traditionen der gelebten Realität gar nicht mehr entsprechen. Das Familienmodell, das Eltern vor einer oder zwei Generationen lebten und ihrem Nachwuchs vermittelten, beinhaltet im veränderten gesellschaftlichen Umfeld keine Erfolgsgarantie.

Es braucht den Paradigmenwechsel. Denn schliesslich muss das Wohl des Kindes und die frühkindliche Entwicklung im Zentrum stehen. Es dürfen nicht die Kinder sein, die später die Rechnung für unsere heutigen Probleme in Sachen Unvereinbarkeit von Arbeit und Familie oder bei der Gleichstellung bezahlen müssen.

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