Eltern beeinflussen Noten der Kinder

Das Zwischenergebnis der kürzlich vorgestellten Solothurner Studie, dass Eltern massgeblich den Schulerfolg ihrer Kinder beeinflussen, sollte eigentlich nicht überraschen. Warum tut es das doch?

Ob ein Kind gut oder schlecht ist in der Schule, liegt zu allererst am Kind selbst, dicht gefolgt von den Erwartungen der Eltern. Die Lehrer haben keinen riesigen Einfluss. Das zumindest besagt ein Forschungsprojekt „Familie-Schule – Beruf“, das die Entwicklung von Kindern von der Primarschule bis ins Erwerbsleben untersucht. Die Studie läuft seit 2002 und wird Ende 2010 abgeschlossen.

Die Erkenntnis, dass Eltern Einfluss haben auf die Noten ihrer Kinder, ist nicht überraschend. Das Ausmass der Elternbeeinflussung ist es allerdings schon: So wurden beispielsweise die Leistungen der 2000 Jugendlichen in Mathematik zu 30 bis 50% durch die Erwartungen und Verhaltensweise ihrer Eltern bestimmt.

Gegen diesen Einfluss kommen die Lehrer kaum an. Die Art, wie sie unterrichten, kommt nur auf eine Beeinflussung der Leistungen von 5 bis 15%. Und das nicht nur bei Mathe.

Fazit soweit: Es sind die Erwartungen der Eltern, die entscheiden, ob ein Kind eine Lehre macht oder das Gymnasium besucht. Diese Erwartungen der Eltern beeinflussen sogar die Notengebung, also die Lehrer. Bei gleicher Leistung bekommt nämlich das Kind der Eltern, die eine hohe Bildungserwartung an das Kind stellen, die bessere Note.

„Die Resultate der Studie müssen wach rütteln!“, sagt SP-Vizepräsidentin Jacqueline Fehr in einer Medienmitteilung. „Das Bildungswesen vernachlässigt die frühe Kindheit und verstärkt damit den sozialen Graben. Da das Engagement der Eltern und deren Interventionen in der Schule heute massgebend sind, ob ein Kind mit einer schweren Hypothek oder mit einem hervorragenden Bildungsrucksack ins Leben startet, muss die Politik hier ansetzen: Einerseits gehört die Elternbildung gezielt ausgebaut und andererseits müssen die bildungspolitischen Angebote zur Förderung der Chancengleichheit verbessert werden.“

Es braucht mehr Kinderkrippen, mehr Tagesstrukturen, mehr Elternbildung. Noch viel zu tun also. Bis die Schweiz soweit ist, sind alle Eltern – mit Migrationshintergrund oder ohne - jedenfalls erst einmal gut beraten, wenn sie maximale Bildungserwartungen an ihre Kinder stellen. Denn diese wachsen mit ihren Herausforderungen.

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