Privat für Elternzeit vorsorgen: neuer Vorschlag

Schweizer Männer- und Väterorganisationen und eine überparteiliche Parlamentariergruppe haben heute einen Vorschlag zum Vaterschaftsurlaub und zur Elternzeit vorgestellt. Sie schlagen eine steuerbefreite Familienvorsorge vor.

Für Eltern soll es bald eine private Familienvorsorge geben.

Für junge Eltern könnte es bald ein neues Elternzeitmodell geben: eine private Familienvorsorge.

Das freiwillige steuerbegünstigte Modell soll ähnlich wie das Sparen für die Altersvorsorge ablaufen. Arbeitnehmende können demnach mit einem frei wählbaren Prozentsatz ihres Lohnes oder jährlichen Zahlungen ein Elternzeitguthaben aufbauen. Werden sie Vater oder Mutter, können sie das Geld nutzen, um Ferien zu nehmen oder die Arbeit zu reduzieren. «Ein Arbeitnehmer könnte während 4 Jahren 5 Lohnprozente ansparen, um bei der Elternschaft ein Jahr lang das Arbeitspensum auf 80 Prozent zu reduzieren», so ein Beispiel aus der Medienmitteilung von männer.ch, dem Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen und der Schweizer Männerzeitung.

So soll es gemäss des Modellvorschlags wie bei der Altersvorsorge eine zweite und dritte Säule geben. Bei der zweiten Säule soll die betriebseigene Pensionskasse das Sparen anbieten. Bei der dritten Säule wird es wie bei Säule 3a der Altersvorsorge privat angeboten. Bekommen die Arbeitnehmer keine Kinder, kann das Guthaben für die eigene Altersvorsorge verwendet werden.

Die Gruppe hat die Idee heute anlässlich einer Medienkonferenz im Vorfeld des Schweizer Vätertags vom 5. Juni 2011 der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie wird heute einen entsprechenden politischen Vorstoss im Parlament einreichen.

Markus Theunert, Präsident von männer.ch und Projektkoordinator sagte: «Die Mitglieder der überparteilichen Gruppe haben unterschiedliche Ansichten über die Notwendigkeit einer staatlich finanzierten Väter- und Elternzeit. Der Vorschlag für eine privat finanzierte, aber staatlich unterstützte Familienvorsorge bildet einen Minimalkonsens zwischen allen politischen Lagern ab.» Aus Sicht von männer.ch nehme die privat finanzierte Familienvorsorge den Staat aber nicht aus der Pflicht, weitere Möglichkeiten zur Stärkung des alltagsnahen Engagements der Väter zu schaffen, sagte Theunert weiter.

Weitere Informationen gibt es unter www.maenner.ch

Mehr zum Thema Mutterschaftsversicherung und Elternzeit in der Schweiz lesen Sie im Artikel Mutterschaftsurlaub und Elternzeit: Die Schweiz hängt hinterher

Weitere interessante aktuelle Themen gibt es unter familienleben.ch/blog

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