Erfolg für Schweizer Mutter in Strassburg

Eine geschiedene Schweizer Mutter muss ihren Sohn nicht zum Vater in Israel zurückbringen. Sie hatte ihn vor einigen Jahren gegen den Willen des Vaters in die Schweiz geholt. Der Menschenrechtsgerichtshof in Strassburg gab ihr Recht.

Die Frau hatte vor einigen Jahren den heute Siebenjährigen von Israel mit in die Westschweiz genommen und dabei ein gerichtliches Verbot in Israel missachtet, wie die Nachrichtenagentur SDA heute berichtet. Sie hatte damals befürchtet, ihr Ex-Mann könnte mit dem Sohn in eine Gemeinschaft der ultra-orthodoxen jüdischen Bewegung «Lubawitsch» ziehen und ihn von der Aussenwelt abschotten.

Ein Bundesgerichtsurteil hiess die Beschwerde des Vaters gut. Die Richter urteilten, der Junge müsse zurück nach Israel. Der Menschenrechtsgerichtshof in Strassburg stellte jetzt fest, dass die Rückkehr des Jungen «nicht im Interesse des Kindes läge». Sie würde das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens der Menschenrechtskonvention verletzen.

Die Schweiz muss der Mutter und dem Kind 15'000 Euro (20'000 Franken) Entschädigung für die entstandenen Unkosten zahlen.

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