Familie übersichtlich fördern

Wer macht wo wie was in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie? Nun gibt es eine nationale Internetplattform und damit einen Überblick über die kantonalen und kommunalen Politiken.

Die Direktoren des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) und des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV), Jean-Daniel Gerber und Yves Rossier, haben die neue Plattform http://www.berufundfamilie.admin.ch kürzlich vorgestellt. Die Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK), vertreten durch ihre Präsidentin, Kathrin Hilber, sowie die wichtigsten betroffenen Dachverbände begrüssen die Schaffung dieses Instruments, das eine wertvolle Hilfe für die Kantone, die Gemeinden und die interessierten Kreise werden soll.

Die Kantone und die Gemeinden nämlich sind mit der Herausforderung konfrontiert, Massnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu entwickeln. Viel muss an Angebot aber noch auf- und ausgebaut werden, im Bereich der familienergänzenden Kinderbetreuung beispielsweise.

Diese wichtige Entwicklung sei massgeblich behindert durch Informationsmangel heisst es in der Medienmitteilung des Bundes. Informationsmangel? Nun, so nennt man das wohl nett ausgedrückt, „Reformstau“ würde man andernorts wohl eher dazu sagen.

Vielleicht animiert das Wissen, was die andere Gemeinden und Kantone tun aber tatsächlich zum Handeln, dachte man wohl. Wird der „ich auch“-Effekt etwa der familienergänzenden Kinderbetreuung dereinst zum Boom verhelfen? Rechtliche Grundlagen, eingesetzte Instrumente sowie die laufenden Projekte in den Kantonen und Gemeinden werden auf der Plattform präsentiert. Um damit den Austausch von Ideen und Lösungen zu fördern. Man verspricht sich nicht zuletzt eine Beschleunigung bei der Entwicklung von Massnahmen.

Die Idee dahinter: Es reicht schliesslich, das Rad einmal zu erfinden. Nur in der Schweiz, da erfindet man es – zumindest was Massnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie angeht – heute offenbar jeden Tag irgendwo von neuem. Bleibt zu hoffen, dass von der Plattform rege Gebrauch gemacht wird. Oder hoffen wir einfach auf den Fortschritt, weil die Zeit reif ist. Das Schiesspulver wurde schliesslich auch mehrfach an verschiedenen Orten auf der Welt erfunden, ohne dass die Erfinder Kenntnis von den Erfindungen der anderen hatten.

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