Frühförderung: Eine neue Studie zeigt, was Kinder wirklich fördert

Neue Erkenntnisse zum Thema Frühförderung liefert jetzt eine Studie der Erziehungswissenschaftlerin Margrit Stamm. Die wichtigsten Faktoren für eine positive Entwicklung von Vorschulkindern sind das Bildungsniveau der Mutter und das Vorhandensein von älteren Geschwistern.

Frühförderung findet in der Familie statt

Frühförderung: Die Mutter und die älteren Geschwister haben grossen Einfluss. Foto: Wavebreak Media, Thinkstock

Für die Studie «Früher an die Bildung - erfolgreicher in Zukunft?» (FRANZ) hat Margrit Stamm 300 bildungsorientierte Familien mit Vorschulkindern aus Stadt und Land zwischen Februar 2010 und Dezember 2012 untersucht. Beobachtet wurden die kognitiven, sprachlichen, mathematischen und sozial-emotionalen Entwicklungen.

Frühförderung in Schweizer Mittelschichten ist gut

Ein erfreuliches Ergebnis der FRANZ-Studie ist, dass die Frühförderung im familiären Umfeld gut klappt. Insgesamt sind die Eltern bemüht, ein gutes Umfeld für die Frühförderung zu schaffen. Sie unternehmen viel, insbesondere gestalterisch-kreative Aktivitäten. Beliebt sind gemeinsames Singen und Musizieren, Lesen oder Geschichten hören inklusive Vorlesen, Spiele machen und in einer Bibliothek Bücher ausleihen. Diese Aktivitäten sind besonders förderlich, weil sich das Kind mit der Sprache auseinandersetzt und sich auf die eigene Lesetätigkeit – und damit auf die Schule - vorbereitet. Der Austausch mit den älteren Geschwistern ist ebenfalls förderlich. Die kleineren Geschwister betrachten die Älteren als Vorbild und eifern ihnen nach.

Frühförderung trotz unterschiedlicher Betreuungsmuster

Die FRANZ-Studie lieferte ebenfalls interessante Resultate zu familieninternen und –externen Betreuungsmustern. Ausserfamiliäre Frühförderung beeinflusste die Kinder in der Untersuchung zwar positiv, war insgesamt aber weniger zentral als das familiäre Umfeld. Fazit der Studie: Positive Entwicklungsverläufe sind bei allen Betreuungsmustern möglich.

Frühförderung betreibt vor allem die Mutter

Ein weiteres überraschendes Resultat der FRANZ-Studie war, dass die Betreuung zu Hause hauptsächlich in den Verantwortungsbereich der Mutter fällt. Dies gilt auch, wenn die Mutter 60 Prozent oder mehr arbeitet. Dieses Resultat erklärt, warum das Bildungsniveau der Mutter einen so grossen Einfluss auf die frühkindliche Entwicklung hat. Grundsätzlich ist das kulturelle Kapital der Eltern ebenfalls ausschlaggebend. Wenn die Eltern gerne lesen, musizieren und ins Theater oder die Oper gehen, hat das ebenfalls einen positiven Einfluss auf die Kinder.

Das könnte Sie auch interessieren

Services & Newsletter