Onlinehandel mit Muttermilch

Auf Facebook treffen sich jetzt Frauen, um mit Muttermilch zu handeln. Wie gefährlich ist der Handel mit Muttermilch? Faktoren wie die Gesundheit der Spenderin, das Säuglingsalter und die Hygiene sind zentral. Kann das genau überprüft werden?

Wenn nicht gestillt werden kann, ist Industrienahrung eine gute Alternative

Flaschennahrung oder Brustmilch einer fremden Spenderin? Foto: iStockphoto, Thinkstock

Spiegel-Online berichtete gestern über das gefährliche Geschäft mit der Muttermilch auf sozialen Netzwerken. «Jemand in Düsseldorf, der Milch für ein zwölf Wochen altes Baby spenden könnte?», zitiert Spiegel-Online ein Facebook Post. Organisationen wie «Human Milk 4 Human Babies» oder «Eats on Feets» unterstützen den inoffiziellen Muttermilchhandel. Bislang wird vor allem in Amerika fleissig mit Muttermilch gehandelt.  

Ärzte und Behörden stehen dem Geschäft mit der Muttermilch skeptisch gegenüber: «Ich würde mein Kind nicht mit ungeprüfter Milch einer Fremden füttern», sagt Corinna Gebauer, ärztliche Leiterin der grössten deutschen Milchbank am Universitätsklinikum Leipzig. Milchspenden von Milchbanken sind bislang nur Frühchen vorbehalten, die zu schwach sind, selbst zu trinken.

Fremde Muttermilch ist riskant

Internetinitiativen haben auch Leitfäden zum Handel mit der Muttermilch: Der Mutterpass oder ein ausführliches Blutbild sollen Aufschluss über den Gesundheitszustand der Spenderinnen geben. Über die Muttermilch können neben Viren wie HIV oder Hepatitis-B auch Bakterien und Giftstoffe in den Körper des Babys übertragen werden. Offizielle Milchdatenbanken arbeiten deswegen äusserst genau: «Wer Muttermilch abgibt, wird untersucht wie ein Blutspender», erklärt Gebauer.

Auf Gesundheit, Säuglingsalter und Hygiene muss geachtet werden

Neben dem Risiko einer Erkrankung, sind vor allem das Säuglingsalter und die Hygiene zentral. Muttermilch ist nicht steril und kann bei unfachmännischer Handhabung von diversen gefährlichen Bakterien befallen werden.

«Frauenmilch ist kein steriles Produkt», sagt Gebauer. «Darin sind immer Keime enthalten. Die entscheidende Frage ist nur welche und wie viele.»

Neben den gesundheitlichen Risiken, kann man sich auch Fragen, ob nicht vielleicht Flaschennahrung eine gute Alternative für Frauen ist, die nicht stillen können.

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