Geht die Lizenz zum Hüten zu weit?

Bis Mitte September dauert sie noch, die Vernehmlassungsfritst für den Bundesrätlichen Vorschlag zur Kinderbetreuung. Neu muss über eine Lizenz verfügen, wer ein Kind beaufsichtigen und betreuen will, egal ob Kinderkrippenleiterin, Tante oder Götti. Die Grosseltern brauchen keine Lizenz, aber auch sie sollten ihre Betreuungsleistungen melden, für die Statistik. Nachzulesen etwa bei NZZ online am 26.6.2009 (zum Artikel).

Das scheint zuviel des Guten und so regt sich bereits Widerstand. Die Idee von Jacqueline Fehr, die auf eine Professionalisierung des Pflegekindwesens in der Schweiz abzielte, ist sicher gut. Aber dass Tanten und Gotten nun eine Lizenz zum Hüten brauchen, scheint über das Ziel hinaus geschossen. Bei entgeltlichen Pflegeverhältnissen mag das ja noch angehen, aber bei solchen die freiwillig erfolgen? Braucht denn eine Mutter, die jeweils für ein Gspänli ihrer Tochter zwei Mal die Woche für den Mittagstisch sorgt, künftig auch eine Lizenz? Bei aller Liebe und dem Wunsch, den Kindern gute Bedingungen zu schaffen - gewisse Vorstellungen gehen doch zu weit. (kf, 27.6.)

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