Stillen begünstigt Chancen auf Karriere und sozialen Aufstieg

Stillkinder sind auf lange Sicht erfolgreicher als Schoppenkinder. Zu diesem Ergebnis kam jetzt eine britische Langzeitstudie, die Karrieren und soziale Auf- und Abstiege von über 34‘000 Menschen vergleicht. Die Forscher belegen, dass Stillen den Kindern auch noch Jahre danach Vorteile bringt.

Stillen fördert nicht nur die Gesundheit sondern macht auch sozial erfolgreicher

Stillen bringt Kindern soziale Vorteile: Die steigen später häufiger auf und sind stressresistenter. Bild: Polka Dot, Thinkstock.

Schon viele Studien haben den gesundheitsfördernden Effekt des Stillens nachgewiesen: Das Baby bekommt über die Muttermilch wichtige Nährstoffe. Ebenso profitieren das Immunsystem und die Gehirnentwicklung vom Stillen. «Viele Studien haben schon einen positiven Zusammenhang zwischen dem Stillen und den geistigen Leistungen in Kindheit und Erwachsenenalter festgestellt», erklärten Amanda Sacker vom University College London und ihre Kollegen. Wie sie am Dienstag gegenüber dem British Medical Journal sagten, gebe es Anzeichen dafür, dass die Form der Ernährung im Säuglingsalter auch die Persönlichkeit, die Intelligenz und die Fähigkeit zur Selbstkontrolle beeinflusse. Gestillte Kinder erweisen sich laut der Studie später auch als stressresistenter. Den Forschern ist allerdings noch unklar, ob das an der Muttermilch liege, am engen Kontakt zwischen Mutter und Kind oder an der Kombination von beiden Faktoren.

Gestillte Kinder steigen häufiger auf

Das Forschungsteam verglich die Studienergebnisse um zu erfassen, wie sich das Stillen auf den späteren Erfolg im Leben der Kinder auswirkt. Amanda Sacker und ihre Kollegen verglichen bei über 34‘000 Personen der Jahrgänge 1958 bis 1970 die soziale Stellung im Alter von 33 Jahren mit der ihrer Eltern. Sie ermittelten auf diese Weise, wer sozial aufgestiegen, gleich geblieben oder abgestiegen war. «Die Ergebnisse zeigen, dass Stillen durchgehend mit einer erhöhten Chance auf einen sozialen Aufstieg verbunden war», so die Forscher. Stillkinder schafften es 24 Prozent häufiger als Schoppenkinder, im Vergleich zum Status ihrer Eltern sozial und wirtschaftlich aufzusteigen. Ihr Risiko, sozial abzusteigen, war um 20 Prozent geringer als bei ehemaligen Schoppenkindern. Obwohl zwei Drittel der 1958-Geborenen und nur noch zwei Drittel der Kinder von 1970 gestillt wurden, blieben die Zahlen zu den Aufstiegen gleich.

Sozialer Aufstieg und Karriere durch Intelligenz und Stressresistenz

Die Gruppe der gestillten sozialen Aufsteiger wies zu einem Drittel eine erhöhte Intelligenz und Stressresistenz auf. Deshalb stellten die Forscher einen direkten Zusammenhang zwischen dem Stillen und dem sozialen Aufstieg fest. «Unsere Studie belegt damit, dass das Stillen nicht nur gesundheitliche Vorteile für die Kinder bringt, sondern ihnen auch lebenslange soziale Vorteile verschaffen kann», fassten Sacker und ihr Forschungsteam die Erkenntnisse zusammen.

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