Gesunde Ernährung: Gemüse wird bei Kindern wieder beliebter

Kinder essen wieder mehr Gemüse und Früchte. Offensichtlich habe in den letzten Jahren ein Bewusstseinswandel stattgefunden, sagte Sozialforscher Hanspeter Stamm gestern NZZ online. Dennoch gebe es viel zu tun für eine gesunde Ernährung der Kinder.

Gesunde Ernährung für Kinder bedeutet viel Gemüse zu essen.

Der Anteil der Kinder, die mindestens einmal pro Tag Gemüse essen, ist gestiegen. Foto: Wavebreak Media, Thinkstock

Der Sozialforscher Stamm und sein Team hatten kürzlich im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit die Daten der Health Behaviour in School-Aged Children (HBSC) aus dem Jahr 2010 unter verschiedenen Gesichtspunkten analysiert. Horrorszenarien einer immer dicker werdenden Fast-Food-Generation entsprächen demnach nicht der gesamtschweizerischen Realität, wie NZZ Online gestern schrieb.

So nahm der Anteil der Kinder zwischen 11 und 15 Jahren, die täglich Gemüse und Früchte essen, zu. Assen beispielsweise 2002 nur rund 31 Prozent der Knaben mindestens einmal pro Tag Gemüse, waren es 2010 bereits 37 Prozent. Bei den Mädchen stieg der Anteil von rund 39 Prozent auf 47 Prozent. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Verzehr von Früchten.

Mindestens drei Portionen Gemüse werden empfohlen

Einmal Früchte und Gemüse pro Tag zu essen, ist allerdings noch viel zu wenig für eine gesunde Ernährung der Kinder. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE) empfiehlt zwei Portionen Früchte und drei Portionen Gemüse pro Tag. An diese Empfehlungen halten sich bislang nur die wenigsten: 15 Prozent essen die empfohlene Menge an Gemüse, 21 Prozent die empfohlene Menge an Früchten.

Dagegen positiv aufgefallen ist den Forschern, dass sich eine Mehrheit der Kinder daran hält, ein bis zwei Liter Wasser oder ungesüsste Getränke zu trinken. Ebenso schränken sich die Schüler beim Fast Food ein. Rund 74 Prozent nehmen die Empfehlungen der SGE, maximal einmal pro Woche Fast Food wie Hamburger, Pommes Frites oder Hot Dogs zu essen, ernst. Leider ist das bei Süssem wie Cola und Salzigem nicht der Fall. Hier halten sich nur 35 Prozent an die Empfehlungen der SGE, maximal eine kleine Portion pro Tag zu essen.

Auf allen untersuchten Dimensionen stellen die Forscher «erhebliche Defizite» fest und sehen «Handlungsbedarf». « Die Daten der HBSC-Studie zeigen somit, dass präventive und gesundheitsfördernde Interventionen in den Bereichen Ernährung und Bewegung weiterhin erhebliches Potential haben», heisst es in der Sekundäranlayse von Hanspeter Stamm und seinem Team.

Weitere Details finden Sie unter static.nzz.ch

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