Gettoisierung der Spielgruppen?

In Kürze berät der Basler Grosse Rat über das Projekt „Mit ausreichenden Deutschkenntnissen in den Kindergarten“ und die damit verbundene Schulgesetzänderung. Fremdsprachige Kinder von 3 bis 4 Jahren sollen in die Pflicht genommen werden und ein Jahr lang 6 Stunden pro Woche Spielgruppen und Tagesheime besuchen müssen.

Für die fremdsprachigen Kinder soll dies kostenlos sein, einkommsschwache deutschsprachige Familien sollen Vergünstigungen bekommen. Denn man muss ja irgendwie verhindern, dass nur noch fremdsprachige Kinder in den Spielgruppen sind. Wer die Pflicht-Massnahme für übertrieben hält: Tatsache ist, dass über 50 Prozent der in Basel-Stadt wohnhaften Kinder an ihrem ersten Kindergartentag kein oder kaum Deutsch verstehen und sprechen. Eine soziale und sprachliche Durchmischung aller Basler Kinder ist deshalb dringend notwendig.

Zwei Spielgruppenleiterinnen haben sich jetzt in Basel zu Wort gemeldet. Sie glauben, dass mit diesem Projekt mangelnde Deutschkenntnisse finanziell belohnt würden. Denn das Pflichtjahr soll ja für Fremdsprachige gratis sein. Zudem befürchten sie eine Gettoisierung der Spielgruppen. Spielgruppen nur für Fremdsprachige befürworten sie aber auch nicht – denn hier sei die Gefahr eines zu stark didaktischen Ansatzes zu hoch. Gespannt sein darf man darauf, wie der Basler Grosse Rat diese Knacknuss lösen wird.

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