Gewalt am Arbeitsplatz nimmt zu

Studien haben ergeben, dass Gewalt im Job nichts Aussergewöhnliches mehr ist. Tatsächlich ist sogar jeder Zweite davon betroffen. Dies ergab eine Befragung von 1.800 Mitarbeitern aus Verkehr-, Tourismus- und Gesundheitsberufen. Schlimmer als der Anstieg der Gewalt ist nur noch, dass die meisten Arbeitgeber diesem Thema kaum Aufmerksamkeit schenken.

Durch die Krise wird der Druck im Arbeitsleben grösser. Das ist laut der meisten Befragten auch der Grund dafür, dass die Gewalt im Job zunimmt. Was tatsächlich als Gewalt bezeichnet werden kann, bewerteten allerdings nicht alle Befragten gleich. Die meisten waren sich einig, dass sexuelle Übergriffe grundsätzlich immer als Gewalt anzusehen sind. Immerhin noch die Hälfte schloss auch Einschüchterungen und Herumschreien mit ein. Ausgrenzung, diskriminierende Bemerkungen, Hänseleien und Verspottungen fallen bei den meisten allerdings nicht mehr darunter.

Am häufigsten betroffen von solchen Attacken ist das weniger qualifizierte Personal. Das liegt wahrscheinlich daran, dass diese von keiner guten Position aus auf die Gewalt treffen. Sie können sich wesentlich schlechter zur Wehr setzen als höhere Angestellte. Das ist vielleicht auch mit ein Grund, warum sich die Opfer in vielen Fällen gar nicht wehren. So werden sogar 58 Prozent der sexuellen Übergriffe nicht einmal gemeldet.

Die Häufigkeit der Gewalt ist ausser von der Stellung auch abhängig von der Branche. Die meisten Übergriffe finden in Berufen statt, in denen die Mitarbeiter viel mit Kunden zu tun haben. Verkehrsbedienstete und Angestellte im Hotelbetrieb werden zum Beispiel sehr häufig Opfer von verbalen und sogar handgreiflichen Attacken. Dabei gehören in den meisten Fällen die Kunden zu den Tätern. Aber auch Mobbing durch die Kollegen kommt in einigen Branchen oft vor. Die Vorgesetzten hingegen werden meist nur passiv zum Täter, indem sie von der Gewalt wissen, aber nichts dagegen unternehmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Services & Newsletter