Gewalt: Mädchen schlagen immer häufiger zu

Immer mehr Mädchen werden in der Schweiz wegen Gewalttaten verurteilt. Besonders hoch ist die Ziffer unter jungen Frauen mit einem Migrationshintergrund oder unter Mädchen, die in einem gewalttätigen Umfeld aufwachsen.

Wie ein Bericht der «NZZ am Sonntag» aufzeigt, hat sich der Anteil an weiblichen Tätern bei den Verurteilten unter 18 Jahren von sieben auf zwölf Prozent erhöht. «Sie schlagen andere spitalreif, attackieren Lehrerinnen oder rammen ihren Gegnerinnen das Knie ins Gesicht, wenn diese schon am Boden liegen», heisst es im Artikel «Mädchen sind genauso brutal».

Die Gründe für den Anstieg an Gewalttaten sind unterschiedlich. Mädchen aus Migrationsfamilien treffen auf verschiedene Frauenbilder, was zu Identitätsproblemen und Gewalt führen kann. Ein anderer Grund kann die Gewaltbelastung im sozialen Umfeld sein. Wenn Mädchen von den Eltern geschlagen werden oder gewalttätige Freunde haben, kann das zu Gewalt unter Mädchen führen. Das gilt allerdings auch für Jungen. Nur wirkt sich Elterngewalt negativer aus: «Mädchen, die von den eigenen Eltern schwere Gewalt erleben, werden viermal häufiger selber Gewalttäterinnen als Mädchen ohne diese Erfahrung», so die Ergebnisse der Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsens laut «NZZ am Sonntag.» Bei Buben erhöht sich das Risiko selbst zuzuschlagen nur um das Doppelte, wenn sie durch ihre Eltern Gewalt erleben.

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