Gewaltprävention in der Schule: was tun gegen Amokläufe?

Nach dem Amoklauf in der Sandy Hook Grundschule im US-Bundesstaat Connecticut gehen Bilder von fassungslosen Eltern und Kindern um die Welt. Was muss in Sachen Gewaltprävention in der Schule im Hinblick auf einen möglichen Amoklauf getan werden? Schweizer Schulen wappnen sich jetzt mit Panikschlössern und Warmlautsprechern gegen Amokläufe.

Gewaltprävention in der Schule: Was kann man gegen Amokläufe tun?

Kinder in Newtown gedenken der Opfer des Sandy Hook Amoklaufs. Foto: flickr by ValleyIndy.org (by-nc-sa).

Verschiedene Projekte in Schweizer Kantonen werden lanciert. Die Schwerpunkte sind: Die Früherkennung möglicher Amokläufer und, sollte dies nicht gelingen, Sicherheitsmassnahmen in den Schulhäusern. Experten fordern ausserdem ein einheitliches Alarmierungssystem in der Schweiz.

Amokläufer kündigen ihre Tat an

Alle bisher bekannten Amokläufer haben eines gemeinsam: Sie haben ihre Tat angekündigt. Wenn ein Lehrer Sätze wie «es passiert etwas, ihr werdet schon sehen», höre, sollten bei ihm sofort die Alarmglocken läuten, sagte Roland Zurkirchen Leiter der Gewaltpräventionsfachstelle der Stadt Zürich, heute gegenüber Tagesanzeiger.ch. Früherkennung ist deshalb das A und O. Eine einheitliche, interkantonale Vorgehensweise gibt es noch nicht. Im Kanton Zürich sind die Schulen dazu angehalten, solche Beobachtungen direkt der Polizei zu melden. In der Stadt Zürich sollen sie sich an die Fachstelle für Gewaltprävention wenden. Hier kümmert sich ein Dreiergremium, bestehend aus Roland Zurkirchen, einem Schulpsychologen und einem Polizisten um die einzelnen Fälle. Wenn ein Fall gemeldet wird, wird er sofort mit Hilfe von Checklisten, Risikomodellen und einer Analyse-Software analysiert und das weitere Vorgehen bestimmt.

Gewaltprävention in der Schule: der Notfallplan beim Amoklauf

Wenn ein Täter nicht frühzeitig erkannt werden konnte, braucht es einen guten Notfallplan. Roland Zurkirchen arbeitet zurzeit an einem Projekt zur Vereinheitlichung des Alarmierungssystems. In Zukunft sollen ausserdem in allen Klassenzimmern sogenannte Panikschlösser angebracht werden. Diese Schlösser können nur vom Inneren des Klassenzimmers geöffnet werden. Um die Lehrer und Schüler zu alarmieren und die Kommunikation in Notsituationen aufrecht zu erhalten, sollen auch in sämtlichen Klassenzimmern Warnlautsprecher angebracht werden.

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