Gourmet Rezepte sind weniger gesund als Fertigprodukte

Unglaublich aber wahr: Gourmet Rezepte von Starköchen wie Jamie Oliver und Co sind weniger gesund als Fertigprodukte. Gourmet Rezepte sind im Durchschnitt süsser, fettiger, eiweissreicher, ballaststoffärmer und kalorienreicher.

Gourmet Rezepte sind weniger gesund als Fertigprodukte

Die Gourmet Rezepte von Starköchen wie Jamie Oliver sind fein, aber ungesund. Foto: Hemera, Thinkstock

Gerade bei der Anzahl Kalorien haben Gourmet Rezepte die Nase vorne. Während die Fertiggerichte auf maximal 546 Kilokalorien pro Hauptmahlzeit kommen, sind es bei den Gourmet Rezepten bis zu 774 Kilokalorien pro Mahlzeit.

Wissenschaftler vergleichen Gourmet Rezepte mit Fertigprodukten

Britische Forscher der Newcastle University und des Nationalen Gesundheitsdienstes NHS haben im Rahmen einer Vergleichsstudie insgesamt fünf Kochbücher untersucht. Zwei der Kochbücher von verschiedenen britischen Starköchen stammen vom TV-Liebling Jamie Oliver. Für den Vergleich zwischen Gourmet Rezepten und Fertiggerichten wählten die Wissenschaftler insgesamt 100 Rezepte für Hauptmahlzeiten aus den Kochbüchern aus und verglichen sie mit 100 Fertigprodukten aus verschiedenen Supermarktketten. Die Resultate wurden in der diesjährigen Weihnachtsausgabe des «British Medical Journal» veröffentlicht. Spiegel Online berichtete vor kurzem  darüber.

Sollen wir lieber Fertigprodukte essen, statt Gourmet Rezepte nachkochen?

Nicht nur der Kalorien-, sondern auch der Fettanteil lag bei den Gourmet Rezepten deutlich höher. Bei Fertigprodukten lag der Fettanteil bei 24 Prozent, bei den Gourmet Rezepten bei 40 Prozent. Nur der Salzgehalt lag bei den Fertigprodukte deutlich höher. Diese Resultate bedeuten jetzt aber nicht, dass Fertigpizza, Fischstäbli und Co gesund sind. Der Anteil an Lebensmittelzusätzen wie künstlichen Konservierungsstoffen, Aromen, Farbstoffen oder Stabilisierungsmitteln wurde in dieser Studie nicht untersucht.

Antje Gahl, Pressesprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), erklärte Spiegel Online das überraschende Resultat: «Die Gerichte sollen nicht nur gut schmecken. Sie sollen famos schmecken, die sollen abheben.» Der Genuss stehe im Vordergrund, da werde mit Butter und Sahne gekocht und zum Beispiel Alkohol zum Ablöschen von Nudelsaucen verwendet. Als Leser könne man selbst variieren und statt Butter wenigstens Speiseöl nehmen, um die gesättigten Fettsäuren zu meiden.

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