Raus aus meinem Kleiderschrank: Giftige Stoffe in Kindermode

Mini-T-Shirts, Strampler und Kinderjeans unter der Lupe: Greenpeace entdeckt mittels einer Studie schädliche Chemikalien auf weltweit verbreiteter Kinderkleidung. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich um billige Wegwerfmode oder um teure Luxusartikel handelt.

Raus aus meinem Kleiderschrank: Giftige Stoffe in Kindermode

Vor welchen Kinderkleidern Sie sich in Acht nehmen müssen, erfahren Sie hier. Foto: iStock, Thinkstock

Bereits seit zwei Jahren setzt sich Greenpeace mit ihrer Detox-Kampagne für eine schadstofffreie Kleiderproduktion ein. In ihrer neusten Studie mit dem Namen «Kleine Monster im Kleiderschrank» wurden 82 Kleidungsstücke von 12 internationalen Marken auf giftige Chemikalien untersucht. Die Ergebnisse sind unbefriedigend, wie eine am 14. Januar veröffentlichte Pressemitteilung der Organisation aufzeigt. 

Der Kinderpulli als Monster WG: H&M und Co. scheiden schlecht ab

Raus aus meinem Kleiderschrank: Giftige Stoffe in Kindermode

Grafik: Greenpeace Report. Zum Vergrössern anklicken.

Die Studie untersuchte Kleider von weltweit bekannten Marken wie H&M, Nike oder Disney. Dabei wurden in mindestens einem Artikel von jeder Marke chemische Stoffe wie Weichmacher, Nonylphenolethoxylate (NPE) oder per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) entdeckt. Die Werte übersteigen dabei bei weitem die Menge, die nach dem Schweizer- und EU-Recht erlaubt wären. Denn diese Stoffe verschmutzen nicht nur Flüsse und Trinkwasser, sondern können auch krebserregende und hormonelle Auswirkungen auf den Menschen haben.

Auch Erwachsenenmode ist mit Chemikalien verunreinigt, doch für Kinder sei ein giftiges Kleidungsstück weitaus gefährlicher, wie der Greenpeace-Chemieexperte Manfred Santen gegenüber gmx.ch erklärt. Da besonders Kleinkinder die Dinge häufig in den Mund nehmen, würden die Chemikalien viel leichter aufgenommen und in den Blutkreislauf gelangen. Durch die noch nicht vollständige Entwicklung der Blut-Hirn-Schranke, sei daher auch das Gehirn grossen Mengen dieser Schadstoffe ausgesetzt.

Teuer verkauft, aber billig produziert

«Das ist ein Alptraum für alle Eltern!», findet Mirjam Kopp, Toxics Campaignerin von Greenpeace, in deren Mitteilung. Besonders schlimm: Die giftigen Stoffe sind überall anzutreffen, sowohl bei günstigen Kleidern von Primark, wie auch bei Luxusmarken wie Burberry. Dabei seien umweltfreundlichere Alternativen durchaus vorhanden und bekannt. Für die Organisation ist klar: «Die Modemarken müssen aufhören, auf diese Giftmonster zu setzen – der heutigen und zukünftigen Generationen zuliebe!»

Das könnte Sie auch interessieren

Services & Newsletter