Hebammen-Mangel befürchtet

In einigen Schweizer Regionen gibt es für die Wochenbettbetreuung zu Hause zu wenige Hebammen. Der Schweizerische Hebammenverband (SHV) befürchtet, dass sich mit der Einführung der Fallpauschalen in Spitälern ab 2012 die Situation noch verschärfen wird.

Im Kanton Zürich konnte die Hebammenzentrale im vorigen Jahr 40 Frauen keine Hebamme vermitteln, weil alle Mitarbeiter ausgelastet waren. Das berichtet NZZ Online am Montag. Immer mehr Frauen nehmen die Wochenbettbetreuung durch die Hebammen in Anspruch. 1995 waren es laut SHV 8,6 Prozent aller Frauen im Kanton Zürich und Umgebung, 2007 schon 54 Prozent. Ausserdem gibt es immer mehr Geburten. Im Kanton Zürich stieg die Anzahl der Geburten von 12400 im Jahr 2001 auf 14400 im Jahr 2008.

Zudem werden Mütter immer früher aus den Spitälern entlassen. Der Bedarf an ambulanter Betreuung zu Hause steigt damit. Mit der Einführung der Fallpauschalen könnte sich dieser Trend verschärfen. SHV Co-Präsidentin Claudia Putscher-Ulrich geht davon aus, dass sich der Spitalaufenthalt von vier bis fünf auf zwei bis drei Tage verringern wird. Demnach würden nicht nur mehr Hebammen gebraucht, die Wochenbettbetreuung falle in den ersten Tagen auch intensiver aus, so Claudia Putscher-Ulrich zu NZZ Online.

Die Sektion Zürich des SHV hat deshalb ein Positionspapier erarbeitet, indem sie den Kanton auf die steigenden Herausforderungen an die Wochenbettbetreuung aufmerksam machen will.

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