Familienname muss nicht mehr vom Mann stammen

Der Ständerat hat das Namensrecht revidiert. Jeder soll seinen Nachnamen von der Geburt bis zum Tod behalten können. Bei der Heirat legen Brautpaare einen gemeinsamen Familiennamen fest.

Bei einer Hochzeit sollen Paare den Familiennamen bestimmen.

Der gemeinsame Familienname nach der Hochzeit muss nicht mehr der des Mannes sein. Foto: © Jonas Thun | Dreamstime.com

Wie in der Onlineausgabe des «Tagesanzeigers» von gestern zu lesen ist, will der Ständerat, dass eine Frau Meier einen Frau Meier bleibt, auch wenn sie einen Herrn Müller heiratet. Ausnahmen sollen aber zulässig bleiben. Ein Paar kann sich dennoch für einen gemeinsamen Familiennamen entscheiden. Das kann der des Mannes oder derjenige der Frau sein. Bei der Heirat bestimmen die Paare den Familiennamen, den dann auch die gemeinsamen Kinder bekommen.

Bisher übernimmt bei einer Heirat die Frau automatisch den Namen des Mannes, auch die Kinder heissen wie der Mann. Die Frau kann ihren Namen dem Namen des Mannes voranstellen und hat dann einen Doppelnamen. Doppelnamen soll es aber nach Willen des Ständerates nicht mehr geben. Einzig die Allianznamen mit Bindestrich sollen erlaubt bleiben.

Ein Grund für die Revision des Namensrechts ist ein Urteil von 1994: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte festgestellt, dass das Namensrecht in der Schweiz dem Grundsatz der Gleichstellung widerspricht. Der Nationalrat ging im Dezember 2009 nicht so weit wie der Ständerat jetzt. Damals wollte er nur, dass Verheiratete ihren Ledignamen vor den Familiennamen setzen können, wenn die Familie den Namen des jeweils anderen Gatten trägt. Die aktuelle Vorlage des Ständerats geht nun zurück an den Nationalrat.

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