Hoffnung für den «neuen Mann»

Viel wurde geschrieben und geredet über den «neuen Mann», der mehr Verantwortung im Haushalt und für die Kinder übernimmt. Jahrzehntelang tat sich dann aber nichts. Im Gegenteil, Männer schienen eher keine Kinder mehr zu wollen, weil sie eine Belastung darstellten und viele Frauen mussten tief in die Trickkiste greifen, damit die menschliche Rasse in Zentraleuropa nicht ausstarb.

Eine neue Studie des Bundesamts für Statistik von 1997 bis 2007 beweist nun aber: Es gibt einen Hoffnungsschimmer für den «neuen Mann». Denn Männer wollen tatsächlich eine Rolle daheim und in der Familie spielen. Das zeigten sie im realen Leben, indem sie mehr Zeit in die Haus- und Familienarbeit investierten.

Zugelegt haben vor allem Männer mit kleinen Kindern. Sie erhöhten ihren Einsatz für Heim und Familie im Schnitt um 7 Wochenstunden. Insgesamt stieg der Einsatz der Männer durchschnittlich um 2,4 Stunden von 15,7 auf 18,1 Wochenstunden an.

Das ist schön, lobenswert und toll, aber noch lange kein Grund, sich auf nicht vorhandenen Lorbeeren auszuruhen. 30 Stunden pro Woche investierte nämlich eine Frau im Jahr 2007 durchschnittlich in Hauhalt- und Familienarbeit. Gerade mal 1,4 Stunden weniger als noch 1997.

Bei der Erwerbsarbeit legten die Frauen dagegen deutlich zu - laut Bundesamt für Statistik im Zeitraum von 2003 bis 2008 um satte 9,3 Prozent (Männer 6 Prozent). Damit stieg der Fruaenanteil an den der Erwerbatätigen auf 46 Prozent.

Frauen sind hierzulande der Wirtschaftsförderungsfaktor Nummer eins. Männer dagegen zeigen mehr Bereitschaft, einer Teilzeitarbeit nachzukommen. Teilzeit arbeitende Männer legten von 10,7 auf 12,6 Prozent zu.

Und noch ein kleiner statistischer Hoffnungsschimmer: Die Lohnungleichheit zwischen Männer und Frauen ging von 2003 bis 2008 von 22,9 auf 18,9 Prozent zurück. Männer verdienen also auch weiterhin deutlich mehr als Frauen. Auch dies noch lange kein Grund zum Jubeln.

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