Holzspielzeug ist schlechter als sein Ruf

Nur noch vier Wochen bis zur Bescherung an Heiligabend! Haben Sie schon das passende Geschenk für Ihre lieben Kleinen gefunden? Falls Sie überlegen, Ihren Kindern Spielwaren aus Holz zu schenken, achten Sie auf gesundheitlich unbedenkliche Holzspielsachen für Kleinkinder. Denn einer aktuellen Untersuchung zufolge, sind auch diese nicht immer ungefährlich für Kinder.

Holzspielzeug ist schlechter als sein Ruf

In der Lackierung von Holzspielzeug finden sich oft gesundheitsschädliche Stoffe. Foto: iStock, CreativeNature_nl, Thinkstock

Besonders Kleinkinder spielen gerne mit bunten Holzklötzchen, Holzpuzzles, Holzfahrzeugen oder –tieren.  Doch auch bei diesen – auf den ersten Blick naturnahen Spielwaren – ist Vorsicht geboten. Denn über die Hälfte von 30 getesteten Holzspielsachen für Kleinkinder von ein bis drei Jahren enthielten schädliche Substanzen, die die Gesundheit gefährden können.

Getestet wurden aus Holz gefertigte Greiflinge, Wagenketten, Motorikspielzeuge, Holzpuzzle, Nachzieh- und Schiebetiere sowie Bausteine und Fahrzeuge von unterschiedlichen Unternehmen. Die Untersuchung wurde von test.de durchgeführt und die Ergebnisse gestern veröffentlicht. Die Liste der gestesteten Holzspielsachen finden Sie hier.

Holzspielsachen im Test: Das besorgniserregende Ergebnis

Verschluckungs- und Erstickungsgefahr

Viele der getesteten Holzspielwaren wiesen Kleinkind gefährdende Mängel auf: So lösten sich beispielsweise beim Motorikspiel Teich und dem Wagenschmuck Clown am Ring von der Firma Hess aus Sachsen Kleinteile, die von Kleinkindern verschluckt werden könnten und die sie der Erstickungsgefahr aussetzen. Beide Hess-Produkte wurden daher mit der Note mangelhaft ausgezeichnet und dürfen nicht verkauft werden.

Schädliche Substanzen

In Lacken, Schnüren, Nieten und Sperrholzplatten konnten bei einigen der getesteten Holzspielsachen gesundheitsschädliche Substanzen nachgewiesen werden. Diese werden von Kindern eingeatmet oder über Mund und Haut aufgenommen, wenn sie an den Spielsachen lutschen und knabbern oder diese auch nur berühren. Enthalten waren krebserzeugende oder erbgutschädigende Schadstoffe wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Nickel, nitrosierbare Stoffe, Organozinnverbindungen oder Formaldehyd.

Holzspielzeug mit der Note «gut» bis «befriedigend»

Im Holzspielsachen-Test erhielten nur acht von 30 Spielwaren die Note «gut», sechs wurden mit «befriedigend» ausgezeichnet. Die guten und damit unbelasteten Holzspielsachen stammten meist aus Deutschland, aber auch China und Vietnam finden sich in dieser Gruppe. Schädliche Spielwaren müssen also nicht zwingend aus fernen östlichen Ländern kommen. Mit ihrer Untersuchung appellieren die Tester an die Hersteller von Spielwaren. Diese sollten mehr Wert auf unschädliche Stoffe bei der Verarbeitung von Spielsachen legen, damit Kinder nicht gefährdet werden.

Holzspielsachen im Test: Worauf Sie achten sollten

Achten Sie beim Kauf von Holzspielsachen auf das Prüfsiegel GS, denn dieses bietet mehr Sicherheit als das CE-Siegel oder siegelfreie Spielsachen. Das CE-Zeichen deutet lediglich darauf hin, dass sich der Hersteller an die Richtlinien der EU hält. Die EU-Grenzwerte für Schadstoffe in Spielwaren sind zudem oft noch zu hoch, sodass sich trotz Siegel gesundheitsschädliche Stoffe in den Spielsachen befinden können. Bei CE-zertifizierten Spielsachen werden auch keine unabhängigen Kontrollen durchführt.. Das GS-Zeichen hingegen setzt auf höhere Anforderungen und mehr Kontrolle. Von den 30 getesteten Holzspielsachen verfügten nur fünf über das GS-Siegel. Drei davon wurden mit «gut» bewertet, jeweils eines mit «befriedigend» und «ausreichend».
 


 

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