Sind Hunde in der Schweiz beliebter als Kinder?

Seit die Registrierungspflicht für Hunde eingeführt wurde, steigt die Anzahl der Hunde pro Haushalt in der Schweiz stetig. Besonders beliebt sind kleine Hunde in weiss. Im Tessin leben sogar mehr Hunde als Kinder unter sieben Jahren. Werden Hunde zum Kinderersatz?

Hunde werden in der Schweiz immer beliebter

Hunde werden bei Schweizer Familien immer beliebter. Foto: Purestock, Thinkstock

Heute berichtete der tagesanzeiger.ch über den Anstieg der Hunde in der Schweiz. Im Tessin leben mehr Hunde als Kleinkinder: Laut dem kantonalen statistischen Amt, ist im Tessin die Zahl von Kindern von 0 bis 6 Jahren zwischen 2005 und 2010 von 21'270 auf 20'984 gesunken. Hunde hingegen hatten Hochkonjunktur: Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Hunde von 19'500 auf 25'000 gestiegen. Die Tessiner sind mit 77 registrierten Hunden pro 1000 Einwohnern zwar vorne, aber die Westschweizer sind noch grössere Hundenarren: Jura (116), Waadt (86) und Freiburg (78) belegen die ersten Plätze.

In der ganzen Schweiz gab es 2011 zwar mit 553'000 etwas mehr Kinder unter sieben Jahren als registrierte Hunde mit 526'000,  aber Experten schätzen, dass etwa zehn Prozent der Hunde nicht registriert sind.

Klein und weiss müssen die Hunde in der Schweiz sein

Obwohl Erwerb und Haltung von Hunden durch die Registrierungspflicht aufwändiger geworden ist, steigt die Zunahme von Hunden stetig. Eva Waiblinger, Tierschutz-Expertin erklärt im Artikel vom tagesanzeiger.ch: «Kleine, weisse Hunde gehen am schnellsten weg.» Sie führt aus, dass «kleine, helle Hunde den Menschen weniger Angst einflössen als grosse schwarze.»

Hunde statt Kinder?

Der Trend zu kleinen Hunden erkläre sich auch durch den Funktionswandel des Hundes zum Schosstier, eine Entwicklung, die seit 40 Jahren im Gang sei, ergänzt Eva Waiblinger. Sie setzt sich nun auch «in eher ländlichen Gebieten» durch, schreibt Anis im Jahresbericht. Auch wenn böse Zungen behaupten mögen, dass Hunde zum Kinderersatz geworden sind, ist diese Schlussfolgerung unwahrscheinlich: Der Hund als Kinderersatz sei eher die Ausnahme, sagt Tierschutz-Expertin Eva Waiblinger. Auch der amerikanische Biologie und Verhaltensforscher C. Turner, wohnhaft in der Schweiz, sieht dies anders: Auf Nachfrage von tagesanzeiger.ch antwortet C. Turner «Es gab immer Leute, für die ein Heimtier ein Kinderersatz war, doch lebten und leben immer noch die Mehrheit der Hunde und Katzen in Familien mit Kindern und sind deshalb gesamthaft gesehen kein Kinderersatz.»

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