Stress im Babywagen: Der Blick nach vorne überfordert Kinder

Bisher war man der Ansicht, dass Kinder im Babywagen mit ihrem Entdeckergeist alles sehen möchten und nicht nur das Mami. Doch eine Studie der britischen Universität Dundee beweist, dass Kinder durch den unvermittelten Blick unter Stress leiden und schlechter einschlafen.

Babywagen werden falsch benutzt: Kinder sollten nach hinten schauen

Im nach vorne gerichteten Babywagen sind Kleinkinder oft überfordert. Bild: iStockphoto, Thinkstock.

Die britischen Forscher untersuchten im Rahmen ihrer Studie, wie sich das Sitzen im Buggy auf die emotionale und kognitive Entwicklung von Kindern auswirkt. Wie die Welt Online kürzlich veröffentlichte, hatten die Babys, die im Babywagen nach vorne gerichtet sassen, im Gegensatz zu Kindern die nach hinten zum Schieber schauten einen leicht erhöhten Puls. Dies deuteten die Forscher als Dauerstress. Zudem verhindert das Sitzen in Fahrtrichtung die Interaktion zwischen Eltern und Baby. Der erzeugte Stress und die fehlende Interaktion schaden gerade Babys im Alter zwischen sechs Monaten und zwei bis zweieinhalb Jahren. Dauerhaft bewirkt der Stress, dass Kinder schlechter lernen, Probleme haben Beziehungen zu knüpfen und Vertrauen zu fassen. Im Schnitt verbringen die Kleinen etwa zwei Stunden am Tag im Kinderbuggy.

Kampagne wirbt dafür, den Babywagen umzudrehen

In Grossbritannien und auch in Deutschland haben deshalb Stiftungen das Thema aufgegriffen. Eine Kampagne wirbt hier mit einem Film aus Sicht des Babys, der die Überforderung bei einem Einkaufsbummel zeigen soll. Eltern sollen die Sitze umdrehen. Die Wolfgang Bergmann Stiftung «Für Kinder» fordert von Herstellern andere Kinderbuggys: Sie sollten so konstruiert sein, dass man den Sitz nach vorne und nach hinten einstellen kann.

Denn der Blick nach hinten bringt auch Eltern Vorteile: Kinder, die den Schiebenden ansehen, schlafen doppelt so häufig ein. Die Forscher der Universität Dundee deuteten dies als Zeichen von weniger Stress. Ebenfalls verbessert sich die Kommunikation zwischen Eltern und Baby: Sie reden mehr miteinander und lächeln sich häufiger an.

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