Jugendliche in der Schuldenfalle

Jugendliche bis 25 sitzen immer tiefer in der Schuldenfalle: Männer machen im Bereich Online-Versandhandel Schulden, Frauen dagegen im Gesundheitswesen. Zu diesem Ergebnis kam das Inkassounternehmen Intrum Justitia im Radar 2012, einer Untersuchung zur Verschuldung junger Erwachsener in der Schweiz.

Die Schulden der Jugendlichen entstehen beim Telefonieren.

Telekommunikation geht ins Geld. Foto: © Getty Images, Thinkstock

Thomas Hutter, Geschäftsführer von Intrum Justitia erklärte in einer Mitteilung von gestern: «Junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren verschulden sich im Vergleich zu ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung überproportional. Auffallend häufig betroffen sind die Bereiche Telekommunikation, E-Commerce (Online-Versandhandel) und überraschend auch das Gesundheitswesen.» Junge Männer und Frauen verschulden sich in unterschiedlichen Bereichen: Männer tappen wegen Online-Einkäufen in die Schuldenfalle, Frauen bezahlen ihre Arzt- und Laborrechnungen nicht.

Offene Arzt- und Laborrechnungen

Radar 2012 kam zu dem Resultat, dass 61 Prozent der offenen Arzt- und Laborrechnungen auf das Konto der Frauen geht. Die Krankenversicherungen vergüten die Kosten zwar, statt die Rechnungen zu bezahlen, geben junge Frauen das Geld aber anderweitig aus.

Smartphones und elektronische Gadgets verleiten zum Schuldenmachen

Besonders häufig Schulden machen Jugendliche, die in der Stadt oder Agglomeration wohnen. Die Landbevölkerung verschuldet sich im Durchschnitt deutlich weniger. Es spielt auch eine Rolle, ob die Eltern bereits verschuldet sind. Die Schulden für Telekommunikation sind im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls gestiegen. Hauptursache für diese Tendenz sind nach wie vor Smartphones mit Internetnutzung und andere elektronische Geräte.

Obwohl es schwierig ist, die Schuldenspirale zu verlassen, lässt sich bei jungen Erwachsenen bis 25 eine gute Rückzahlungsmoral feststellen: «Die 18- bis 25-Jährigen bezahlen die Hälfte der Hauptforderung ihrer Schulden im Bereich Telekommunikation im Durchschnitt innerhalb von 21 Monaten, während ihre älteren Kollegen dafür 24 bis 27 Monate brauchen», sagt Thomas Hutter.

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