Kampagne für Schüttelopfer ohne Erfolg

In den letzten Jahren wurde viel Aufkärungsarbeit geleistet, um Eltern über die Folgen des Schüttelns von Babys zu informieren. Leider waren die Anstrengungen offensichtlich erfolglos, wie sich jetzt herausstellte.

Die Fälle von Schütteltrauma bei Babys bleiben auf hohem Niveau. Aufklärungskampagnen haben kaum etwas an der Zahl von Schüttelopfern geändert. Und das, obwohl schon seit Jahren präventive Massnahmen stattfinden.

Ulrich Lips, Leiter der Kinderschutztruppe und Opferberatungsstelle des Universitäts-Kinderspitals Zürich geht davon aus, dass trotz der gleichbleibend hohen Opferzahlen bei den Eltern die Botschaft angekommen ist, dass Babys nicht geschüttelt werden dürfen. Er geht jedoch davon aus, dass die praktische Umsetzung nicht funktioniert.

Das Schütteln des Babys ist wahrscheinlich eine Reflexhandlung, die durch zu viel Stress und Schlafmangel ausgelöst werden kann. Zu wenig Schlaf gepaart mit weiteren Problemen, wie Konflikten mit dem Partner, führt zu enormem Stress. Wenn dann ein Baby ständig schreit und keine Möglichkeit besteht, dem auszuweichen, kann es zu Kurzschlusshandlungen kommen. Laut Ulrich Lips sind es dabei eher Väter als Mütter, die ihre Babys dann schütteln. Dies erklärt er sich dadurch, dass Männer generell eher dazu neigen, ihre Gefühle motorisch auszudrücken.

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