Kinder und Computer: Psychologe warnt vor dem iPhone-Syndrom

Viele Eltern stellen sich diese Frage: Ist es gut, wenn mein Kind so früh wie möglich lernt, souverän mit PC und Co umzugehen? Oder soll man Kinder und Computer so lange wie möglich trennen? Einer der häufig genannten Lösungen: Grenzt die Zeit, die Kinder am Computer verbringen ein. Das nützt aber nicht soviel.

Kinder und iPhones: Wieviel Medienkonsum ist gut für Kinder?

Wie merken Sie ob Ihr Kind zu lange mit Computer und iPhone spielt? Foto: iStockphoto, thinkstock.

Ab welchem Alter sollte ein Kind Computer nutzen? Wie viele Stunden am Tag? Die Experten streiten sich darüber, wieviel Medienkonsum gut für Kinder ist. Projekte die moderne Technologien wie iPad im Kindergarten einführen, werden kritisch diskutiert. Laut einem Bericht von Spiegel Online von gestern, warnt ein US-Psychologe jetzt vor dem iPhone-Syndrom.

Quengeln belohnen

In seinem Buch «Raising Generation Tech - Preparing Your Children For a Media-Fueled World» erklärt Psychologe Jim Taylor: Wenn Kindern ein iPhone oder Tablet in die Hand gedrückt wird, sobald sie in Zug oder Auto quengeln, lernen Kinder, dass sie unterhalten werden, sobald sie quengeln, anstatt geduldig zu sein oder die eigene Fantasie zu bemühen.

Kinder und Computer: Folgen von zuviel Medienkonsum

Kinderarzt Christian Fricke sagt gegenüber Spiegel Online, dass Kinder, die zuviel Medien konsumieren diese Merkmale aufweisen können: motorische Unruhe, Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen. Das seien klassische Symptome, die auch durch falschen Mediengebrauch entstehen, so Fricke.

Richtlinien helfen wenig

Überall finden wir Richtlinien für den Umgang von Kindern mit Medien. Daniel Seitz, der Mitglied im Bundesvorstand der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur ist, führt gegenüber Spiegel Online aus, dass Richtlinien zum Thema Kinder und Computer mässig hilfreich seien. Zu individuell seien Kinder und Medien.

Medienpädagoge Seitz betont: «Die Kids haben ein gutes Mass dafür, wie lange sie mit den Geräten hantieren.» Sie würden trotzdem noch draussen im Wald herumrennen und ihre Hände in echte Fingerfarbe tünchenwollen.

Draussen spielen ist die liebste Freizeitbeschäftigung

In einer bundesweiten Untersuchung der KIM Studie 2010 Kinder + Medien, Computer + Internet des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest wurde deutlich, dass «draussen spielen» und «Freunde treffen» bei Kindern bis 12 immer noch zu den liebsten Freizeitbeschäftigungen zählt. Die sinnlich-erfahrbare Realität ist nach wie vor anziehend für Kinder. US-Psychologe Taylor ergänzt dazu aber: «Kinder müssen auch lernen, was das reale Leben bereithält.» Kinderarzt Fricke weist im Bericht darauf hin, dass Eltern auch in Sachen Medien Vorbilder seien und ihr eigenes Medienverhalten deshalb auch kritisch beobachten sollten.

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