Kleine Tüftler ganz gross: Warum Kinder besser tüfteln als Erwachsene

In einer Studie wurde nun erstmals untersucht, wie Kinder im Vergleich zu Erwachsenen knifflige Rätsel lösen. Demnach erkennen Kinder eine unerwartete Lösung schneller als Erwachsene. Aber wie kommt es, dass die kleinen Racker die besseren Tüftler sind?

Kleine Tüftler ganz gross: Warum Kinder besser tüfteln als Erwachsene

Eine neue Studie ergab: Kinder sind im Vergleich zu Erwachsenen die besseren Tüftler. Foto: iStock, Thinkstock

Dass Kinder besonders lernfähig sind, weil sie in kurzer Zeit beispielsweise Sprachen oder soziale Regeln lernen müssen, ist bereits bekannt. Nun untersuchte das US-amerikanische Forscherteam um Alison Gopnik von der University of California in Berkeley erstmals ob Kinder abstrakte Zusammenhänge besser verstehen als Erwachsene. Dafür wurden in einem Experiment 106 vier- bis fünfjährige Vorschulkinder und 170 College-Studenten miteinander verglichen. Alle Teilnehmer mussten eine knifflige Aufgaben löse: Mit Hilfe unterschiedlich geformter Spielsteine sollten sie eine Box dazu bringen aufzuleuchten und Musik abzuspielen. Die Aktivierung der Box änderte sich aber im Verlauf des Experiments. Auf diese Weise konnten die Forscher untersuchen, wie schnell und erfolgreich die Probanden lernten, die Box zu aktivieren.

Das Ergebnis: Bei dem Experiment hatten die Kinder deutlich die Nase vorn. Vor allem als die Aktivierung der Box im zweiten Schritt komplizierter wurde, fanden die Kinder des Rätsels Lösung schneller als die Erwachsenen, einfach weil sie neue Ideen für die Lösung des Problems in Erwägung zogen. «Die besten und schlauesten Studenten hingegen verhielten sich so, als wenn die Maschine immer der allgemeinen und offensichtlichsten Regel folgen müsste», schildert Studienleiterin Alison Gopnik.

Quelle: UC Berkeley Campus Life, youtube.com

Warum Kinder die besseren Tüftler sind

Dass die Kinder besser abschnitten als die Erwachsenen liege laut der Forscher daran, dass Kindergarten- und Vorschulkinder gegenüber unwahrscheinlicheren Lösungen instinktiv offener waren als die Erwachsenen, die eher festen Lösungswegen folgten. Christopher Lucas von der University of Edinburgh zufolge könnten Kinder uns noch eine Menge über den Vorgang des Lernens beibringen. Denn sie scheinen einen unvoreingenommeneren Entdeckergeist zu besitzen, der auf natürliche Weise sehr stark ausgeprägt ist. Diese Fähigkeit der Kinder könne in Zukunft sogar für die Entwicklung von intelligenten Maschinen verwendet werden, meinen die Forscher. 


 

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