«Hautpolizist» gegen Sonnenbrand bei Kindern und Jugendlichen

Eine Befragung von 900 Basler Schülern zum Thema Sonnenbrand gelangte zu erschreckenden Ergebnissen: Kinder schützen sich zu wenig und wissen kaum etwas über Hautkrebs. Experten schlagen einen «Hautpolizisten» als Lösung vor.

Sonnenbrand ist bei Kindern besonders gefährlich - Sonnencreme schützt

Kinder sollten nicht nur gut vor der Sonne geschützt, sondern auch über ihre Gefahren aufgeklärt werden. Foto: Volker Skibbe - Fotolia.com

In einer einzigartigen Studie haben Forscher der Universität Basel um Christian Surber 900 Schüler zum Thema Sonnenschutz befragt, wie 20 Minuten heute berichtete. Über Hautkrebs wissen viele Kinder erschreckend wenig. Am schlimmsten ist es bei den Jüngsten: Vier von fünf Drittklässlern wissen nicht, dass Sonnenbrand auch jenseits des Hochsommers vorkommen kann und gefährlich für die Gesundheit ist. Vor allem im frühen Alter sollten die Gefahren der Sonne aber ernst genommen werden: «Sonnenbrände in diesem Alter erhöhen das Melanom-Risiko deutlich», erklärte der Dermatologe Robert Hunger vom Inselspital Bern gegenüber 20 Minuten.

Schlechte Aufklärung und falsche Schönheitsideale

Eltern mit schlechter Bildung tragen Mitschuld an den Resultaten: Sie cremen ihre Sprösslinge nur halb so oft ein und klären sie nicht ausreichend über Sonnenbrand auf. Dies führt dazu, dass ihre Kinder dreimal weniger geschützt sind. Ein weiterer Grund für die vielen Sonnenbrände ist das Schönheitsideal der Jugendlichen: Lieber gefährden sie ihre Gesundheit als den blassen Teint hinzunehmen.

Da die meisten Auswirkungen eines Sonnenbrandes erst in 30 Jahren oder später zu sehen sind, machen sich vor allem weibliche Teenager noch keine Gedanken. 38 Prozent geben an, dass ein Sonnenbrand sich lohne, wenn man dadurch schön braun werde. Forscher Christian Surber schlägt vor, in diesen Fällen vor allem mit der schnellen Hautalterung zu argumentieren.

Einführung von «Hautpolizisten»

Leider fehlt eine frühzeitige Aufklärung noch in vielen Fällen. 15'000 Schweizer erkranken jährlich an Hautkrebs. Diese Zahl ist so hoch wie nirgends in Europa. Christian Surber schlägt vor, nach dem Vorbild eines Schulpolizisten auch regelmässig einen «Hautpolizisten» in Schulklassen zu schicken. Ob dies Wirkung zeigen würde, ist allerdings unklar. Laut Dermatologe Robert Hunger ist die einzige Lösung ein obligatorischer Sonnenschutz.

Haben Sie Fragen zum richtigen Sonnenschutz für Ihre Kinder? Was halten Sie von der Einführung eines «Hautpolizisten»? Schreiben Sie einen Kommentar!

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