Rückwärts Autofahren: Reboarder-Kinderautositz vielleicht bald Pflicht

Das Bundesamt für Strassen (Astra) könnte für 2014 die zweite Gesetzänderung für den obligatorischen Kinderautositz innert weniger Jahre lancieren. Um die Sicherheit für Babys bis 15 Monate zu erhöhen, soll der sogenannte Reboarder Pflicht werden, bei dem Kinder rückwärtsfahren. Die Mehrkosten für Eltern sind dabei aber hoch.

Rückwärtsfahren mit dem Kinderautositz

Der rückwärtsgerichtete Kinderautositz soll Babys mehr Sicherheit bieten. Foto: Fuse, Thinkstock

Rückwärtsgerichteter Kinderautositz als Sicherheits-Plus

Wie «Der Sonntag» im Februar berichtete, will die Schweiz einer ab August 2013 in der EU in Kraft tretenden Regelung folgen, wonach Kinder bis 15 Monate Rückwärtssitze benötigen. Da Kinder bis zwei Jahre keine starke Nackenmuskulatur besitzen, erleiden sie gerade bei Frontalzusammenstössen in normalen Kindersitzen schwere Verletzungen. Dieses Risiko nimmt bei den rückwärtsgerichteten Reboardern nachweislich ab, wie Tests belegten. Um die Kinder darin aber nicht zu gefährden, müssen die Frontairbags ausgeschaltet werden. Thomas Rohrbach, Mediensprecher des Astra, betonte die Sicherheit für Kleinkinder und kommentierte die mögliche Einführung der Regelung ab 2014: «In welcher Form dies beschlossen wird, ob über ein Obligatorium oder eine Verordnung, wissen wir noch nicht. Wir gehen aber davon aus, dass es dazu einen Bundesratsbeschluss braucht.» Das Astra möchte aber noch Informationen aus der EU abwarten.

Mehrkosten für Eltern

Sollte der neue rückwärtsgerichtete Kinderautositz Pflicht werden, müssen Eltern rund 50 Prozent Mehrkosten einplanen. Denn die Reboarder kosten etwa 600 Franken, allerdings sind laut «K-Tipp» gute Modelle noch zu selten. Zudem müssen die Sitze auf einer Plattform angebracht werden, die im Auto an einer speziellen Isofix-Halterung festgemacht werden muss. Ältere Automodelle verfügen allerdings selten über solche. Um das Kind während der Fahrt im Auge zu behalten, können sich die Eltern zusätzlich einen rund 30 Franken teuren Kinderautospiegel kaufen. Dieser kann an der Kopfstütze angebracht werden und macht das Kind dann im eigenen Rückspiegel sichtbar.

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