Kindergärtler sind im Kinderheim keine Ausnahme mehr

Noch vor wenigen Jahren wurden hauptsächlich Mittel- und Oberstufenschüler in Kinderheimen untergebracht, heute sind es immer öfter auch Kindergärtler. Ein Grund dafür ist der ständig wachsende Druck der Leistungsgesellschaft.

Immer öfter müssen bereits kleine Kinder ins Kinderheim

Die Anzahl sehr junger Kinder steigt in Kinderheimen. Foto: Polka Dot - Thinkstock

Seit wenigen Jahren wachsen in den Schweizer Heimen immer mehr Kinder im Kindergartenalter auf, wie 20 Minuten gestern berichtete. Dies hat einerseits damit zu tun, dass Gemeinden aus Angst vor Eskalationen schneller einschreiten, andererseits werden auch viele Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen ins Heim gebracht. «Immer mehr Eltern haben Geldsorgen, psychische Probleme oder erleben starken Druck bei der Arbeit», erklärte Mirjam Aebischer, Geschäftsführerin vom Fachverband Sozial- und Sonderpädagogik Integras. Die eingelieferten Kinder sind oft traumatisiert, reagieren aggressiv und haben einen gestörten Tag-Nacht-Rhythmus.

Nicht unbedingt negative Folgen

Der Berner Kinder- und Jugendpsychiater Urs Jucker betonte gegenüber 20 Minuten jedoch, dass eine Einweisung ins Kinderheim nicht unbedingt negative Folgen haben muss. Wenn die Eltern sich nicht gegen die Heimeinweisung wehren und das Kind den Kontakt zu seiner bisherigen Bezugsperson weiterhin behält, könne der Übergang gut bewältigt werden.

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