Kinderkrippen sind bei jungen Erwachsenen verpönt

Kinder in Krippen betreuen zu lassen, das finden junge Erwachsene nicht gut. 24- bis 26-Jährige glauben, es ist am besten, wenn die Eltern ihre Kinder hüten.

Kinder in der Kinderkrippe können viel lernen.

Junge Erwachsene finden es nicht gut, wenn Kinder in Kinderkrippen betreut werden. Foto: © Monkey Business Images Ltd | Dreamstime.com

Das hat die Sozialgeografin Karin Schwiter von der Universität Zürich herausgefunden. Sie befragte 24 junge Erwachsene zwischen 24 und 26 Jahren in Interviews nach ihren Zukunftsplänen, wie in einem Bericht der «UZH News» von heute steht. Den Befragten waren vor allem traditionelle Werte wichtig.

Vollzeit arbeitende Eltern, die ihre Kinder in die Krippe bringen, wurden als «daneben», «ganz extrem» oder «krass» bezeichnet. Doppelverdiener mit Kindern seien ein Feindbild, heisst es. Die jungen Erwachsenen waren der Meinung, dass Kinder nicht zu Erziehern eine wichtige Beziehung aufbauen sollten, sondern nur zu Mutter und Vater.

Demnach gingen die Befragten von traditionellen Rollenverteilungen aus. Nach der Geburt der Kinder bleibt die Frau zunächst zu Hause, während der Mann das Einkommen sichert. Dennoch gaben sie auch an, dass grundsätzlich alles verhandelbar und vorstellbar sei.

Für die jungen Erwachsenen kommen Kinder übrigens erst in Frage, wenn ihre Berufsausbildung abgeschlossen ist, sie im Beruf Fuss gefasst haben und genügend Geld zur Verfügung steht. Ausserdem müssen beide Partner für das Kind bereit sein. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung würden zeigen, dass junge Erwachsene aller Schichten und Ausbildungsgrade hohe Hürden errichten, bis sie bereit sind für eine Familie, sagte Schwiter der «UZH News». «Vielleicht liegt das auch daran, dass das Kind an sich heute einen sehr hohen Wert hat», so die Wissenschaftlerin. «Kommt ein Baby auf die Welt, muss alles perfekt sein.»

Würden Sie Ihre Kinder in einer Kinderkrippe betreuen lassen? Oder sollten Eltern Ihre Kinder besser zu Hause betreuen? Diskutieren Sie mit. Schreiben Sie einen Kommentar!

Über die Ergebnisse der Interviews hat Karin Schwiter ein Buch geschrieben, welches Sie hier bestellen können.

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