Künstliche Befruchtung: Bundesrat will Regeln lockern

Eltern mit einer schweren Erbkrankheit sollen bessere Chancen auf ein gesundes Kind haben. Der Bundesrat spricht sich für weniger strikte Vorschriften in der Präimplantationsdiagnostik (PID) aus.

Mit der PID werden die im Reagenzglas erzeugten Embryonen auf Erbkrankheiten untersucht. Bisher dürfen nur drei Embryonen pro Behandlungszyklus entwickelt werden. Die Methode ist veraltet. Um die Chancen auf ein gesundes Kind zu erhöhen, soll bei erblich belasteten Paaren von der Dreier-Regel abgewichen werden können. Das teilte das Eidgenössische Departement des Innern am 26. Mai mit. Der Bundesrat bleibt allerdings dabei, dass die PID ausschliesslich von Paaren mit einer schweren erblichen Belastung in Anspruch genommen werden darf.

Ausserdem soll es in Zukunft möglich sein, Embryonen aufzubewahren. Bei einer künstlichen Befruchtung müssen heute alle Embryonen in die Gebärmutter übertragen werden. So kommt es immer wieder zu Mehrlingsschwangerschaften, die mit Risiken verbunden sind. Künftig soll es möglich sein, nur einen Embryo zu nehmen. Die anderen werden für weitere Versuche zur Herbeiführung einer Schwangerschaft aufbewahrt.

Die neue Vorlage des Bundesrates zum so genannten Fortpflanzungsmedizingesetz hat eine Verfassungsänderung zur Folge. Sie zieht eine erneute Vernehmlassung voraussichtlich im ersten Halbjahr 2011 nach sich. Frühestens im Jahr 2013 könnten die Schweizer und Schweizerinnen dann darüber entscheiden.

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