Der erste Männerbeauftragte der Schweiz muss schon wieder gehen

Sogar im Ausland sorgte er für Aufsehen: Markus Theunert, der erste Schweizer Männerbeauftragte. Nach nur drei Wochen im Amt muss er schon wieder gehen.

Der erste Männerbeauftragte der Schweiz Markus Thenert hat gekündigt

Markus Theunert sorgte als erster Männerbeauftragter für Wirbel. Foto: Zimmerling

Er war angetreten, die «Leidenschaft der Männer» zu wecken. Es gehe darum, die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau zu fördern und die Sichtweisen und Ansprüche der Männer und Väter in die Debatte miteinzubeziehen, erklärte Markus Theunert, der erste Männerbeauftragte der Schweiz, Anfang Juli in einem Interview mit «Le Matin». Doch damit wird es nichts mehr. Markus Theunert gab gestern bekannt, dass er von seinem Amt als Männerbeauftragter der Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann des Kantons Zürich zurücktreten werde.

Eine umstrittene Stellungnahme von männer.ch, des Dachverbandes der Schweizer Männer- und Väterorganisationen, dessen ehrenamtlicher Präsident er ist, wurde ihm zum Verhängnis. Darin fordert der Verband den Artikel 197 des Strafgesetzbuches dahingehend zu lockern, dass «Eltern und geschulte Fachleute sich nicht strafbar machen, wenn sie mit klarem pädagogischen Ziel innerhalb eines sorgfältig gewählten und klar definierten Settings pornografische Darbietungen unter 16-Jährigen zugänglich machen.»  Medien hatten die Stellungnahme, die der Verband bereits im Oktober 2011 schrieb, in den vergangenen Wochen aufgegriffen. 20 Minuten titelte «Lehrer sollen Schülern Pornos zeigen». Dies entspreche aber nicht der Idee von männer.ch, sagte Theunert gemäss NZZ an der Medienkonferenz. Eine entsprechende Richtigstellung vermochte die Polemik aber nicht mehr zu bremsen.

Die Fachstelle für Gleichstellung erhielt nach der Berichterstattung 200 empörte Reaktionen. Deshalb stellt sie Theunert ein Ultimatum: Er hätte Männerbeauftragter bleiben können, wenn er von seiner Funktion als Präsident von männer.ch zurückgetreten wäre. «Nachdem ich vor Stellenantritt deutlich kommuniziert habe, dass die öffentliche Sichtbarkeit meines männer.ch-Engagements verhandelbar ist, nicht aber das Engagement an sich, kann und will ich diese Bedingung nicht erfüllen», erklärte Theunert in seiner Stellungnahme. Er ziehe daraus die Konsequenzen und trete von seiner Aufgabe als kantonaler Männerbeauftragter zurück.

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