Mama-Taxi gefährdet Kinder

Viele Eltern haben eine Höllenangst, wenn es um den Schulweg ihrer Kinder geht und setzen sich und den Nachwuchs kurzerhand ins Auto. Damit erweisen sie ihren Kindern allerdings einen Bärendienst. Nicht nur, dass es beim Ein- und Ausladen der Kinder oft zu gefährlichen Situationen kommt. Die Kinder verunglücken auch öfter, weil ihnen die Verkehrserfahrung fehlt und sie im Strassenverker überfordert sind.

Mama-Taxis schädigen die Kinder. Der Schulinspektor Land Thun und Oberhasli verdeutlicht gegenüber der Berner Zeitung „Die Eltern, welche ihre Kinder zur Schule chauffieren, berauben sie der sozialen Erlebnisse und Erfahrungen auf dem Schulweg. Auch wird damit die Bewegung verunmöglicht.“ Rechtlich können die Behörden aber nichts gegen die überbesorgten Mütter machen. Im Kanton Zug sind gerade wieder zwei Schüler in Verkehrsunfällen verunglückt. Die dortige Polizei stellt sich grundsätzlich gegen Mama-Taxis. Wegen der fehlenden Erfahrung und weil die Kinder das Gelernte in der Verkehrserziehung auch schneller wieder vergessen.

Gibt es denn gute Gründe für Mama-Taxis? Andere als übertriebene Ängstlichkeit der Mütter und Bequemlichkeit der Kinder? Ja, die gibt es. Schlechte Strassenverhältnisse im Winter beispielsweise oder furchtbares Wetter. Oder wenn der Schulweg länger als 30 Minuten Fussmarsch (in hügeligem Gelände 45 Minuten) dauert oder durch einen einsamen Wald führt. Dann liegt es allerdings an der Gemeinde, einen Transport zu organisieren.

Was die Eltern also tun sollten: Das Auto in der Garage lassen. Zusammen mit dem Kind öfters mal den Schulweg ablaufen. Und zum ersten Mal bereits vor dem Schulanfang. Und ihren Kindern auch im Strassenverkehr ein Vorbild sein. Das gilt übrigens für alle Erwachsenen. Also nicht bei Rot über den Fussgängerstreifen gehen, wenn Kinder daneben stehen.

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