Mangelernährung in der Schweiz: Jeder fünfte Spitalpatient betroffen

Ärzte sind alarmiert: Bei jedem fünften Patienten, der in ein Schweizer Spital eingeliefert wird, sind Anzeichen von Mangelernährung zu erkennen. Aufklärung ist laut Experten dringend nötig.

Mangelernährung ist in der Schweiz weit verbreitet

Viele Schweizer ernähren sich nicht ausgewogen genug und greifen schnell zu Fast-Food. Foto: Banana-Stock - Thinkstock

Mangelernährung kann durch unausgewogene Ernährung wie Fast-Food, Radikaldiäten oder Vereinsamung im Alter entstehen. Betroffen sind inzwischen alarmierend viele Schweizer: Bei jeder fünften Einlieferung ins Spital sind Symptome wie andauernde Appetitlosigkeit oder ein grosser Gewichtsverlust zu erkennen. Das berichtete Radio DRS heute Morgen.

Reinhard Imoberdorf, Chefarzt für Innere Medizin am Kantonsspital Winterthur, bezeichnet diese Situation als alarmierend: «Mangelernährung kann zu Störungen von sämtlichen Organsystemen führen.» Mit dem Gewichtsverlust sinke auch die Kraft eines Menschen, wodurch vor allem ältere Leute extrem sturzgefährdet seien.

Wie entsteht Mangelernährung?

Mangelernährung bezeichnet eine ungenügend oder falsch zusammengestellte Ernährung, welche bei allen Gewichts- und Altersklassen vorkommen kann. Zu einer ausgewogenen Ernährung gehören nicht nur Gemüse und Früchte, sondern auch tierische Eiweisse. Diese werden aber vor allem bei Diäten oft vernachlässigt. «Immer wenn es Richtung Frühling geht und man abnehmen will, ist die Gefahr gross, dass man sich zu einseitig ernährt», erklärt Reinhard Imoberdorf. Auch im Büro ist die richtige Ernährung nicht immer einfach: Viele Angestellte sind zu gestresst für ausgewogene Mahlzeiten und greifen gerne zu Fastfood. Ältere Menschen haben wegen Einsamkeit und sozialer Isolierung häufig mit Mangelernährung zu kämpfen.

Aufklärung dringend nötig

Mangelernährung führt nicht nur zu gesundheitlichen, sondern auch zu ökonomischen Konsequenzen. Laut dem Bundesamt für Gesundheit entstehen durch Mangelernährung Kosten von einer halben Milliarde Franken pro Jahr. Gesundheitsorganisationen sind sich einig, dass nun endlich die Öffentlichkeit eingreifen müsse. Momentan wird eine Broschüre erarbeitet, die in vielen Arztpraxen für das Thema sensibilisieren soll.

Das könnte Sie auch interessieren

Services & Newsletter