Medikamente belasten Wasser in Europa

Die Konzentration von Medikamentenüberresten im Trinkwasser steigt immer weiter an. Die fachgerechte Entsorgung alter Arzneimittel und die richtige Klärung werden daher immer wichtiger.

Zum «Welttag des Wassers» macht die WWF dieses Jahr auf die immer weiter ansteigende Medikamentenbelastung im Wasser aufmerksam. Die Rückstände sowohl im Grund- als auch im Trinkwasser entstehen durch nicht fachgerechte Entsorgung ebenso wie durch Ausscheidungen der Konsumenten.

Der Anstieg der Belastung liegt laut des WWF zum grössten Teil daran, dass die Gesellschaft immer älter wird und der Medikamentenkonsum sich damit erhöht. Ein weiterer Grund dafür ist, dass viele ihre alten Medikamente in den Hausmüll werfen oder die Toilette herunterspülen, statt sie fachgerecht zu entsorgen.

Trotz der Erhöhung der Überreste im Trinkwasser werden die Medikamente wohl keine Auswirkungen auf den Menschen haben, wie der WWF bestätigt. Die Konzentrationen von Wirkstoffen seien weit unter den gesetzlich zugelassenen Werten. Die Langzeitwirkung des verunreinigten Wassers ist allerdings noch nicht aussreichend erforscht und könnte noch zu anderen Ergebnissen führen.

Auf die Tierwelt zeigen sich schon jetzt Auswirkungen. In Indien wurden bereits Wachstums- und Entwicklungsstörungen bei Kaulquappen und Fischen festgestellt. Und auch hierzulande könnten die Konzentrationen an Medikamentenresten schon ausreichen, um das Paarungsverhalten von Schnecken und Wassertieren zu beeinflussen.

Um die Belastung zu senken, gibt es daher schon einige Pilotversuche. In einigen Krankenhäusern, in denen eine besonders starke Konzentration von Medikamentenresten vorliegt, wird eine Vorklärung des Wassers vorgenommen. Ein anderes Modell ist das Nomix-Konzept des Schweizer Wasserforschungs-Instituts EAWAG. Es wird bereits in sieben Ländern Europas angewendet und bezieht sich auf die Entsorgung des Abwassers in der Toilette. Dabei wird der Urin in ein eigenes Auffangbecken geleitet, von wo aus er gesondert entsorgt werden kann.

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