Bei einem guten Betreuungsangebot arbeiten mehr Männer Teilzeit

Nach der Geburt des ersten Kindes bleiben viele Mütter erst einmal Zuhause oder steigen auf eine Teilzeitstelle um. 89 Prozent der Männer hingegen behalten ihre Vollzeitstelle. Dies ändert sich mit einem besseren Betreuungsangebot, wie eine Studie des Nationalfonds ergab.


Betreuungsangebote fördern die Gleichstellung

Dank guter Betreuungsangebote arbeiten mehr Männer Teilzeit. Foto: Wavebreak Media, Thinkstock

Wenn Eltern ihre Kinder in Krippen, Tagesstätten oder Tagesschulen betreuen lassen, leistet dies einen wichtigen Beitrag zur Gleichstellung zwischen den Ehepartnern, wie 20min heute berichtete. Durch ein gutes Betreuungsangebot erhöht sich nämlich die Zahl teilzeitarbeitender Mütter, während sich die Zahl vollzeitarbeitender Männer verringert.  

Schweizer Betreuungsangebote: Schlecht im Europavergleich

Im europaweiten Vergleich ist das familienergänzende Betreuungsangebot der Schweiz noch immer ungenügend. Nur elf Prozent der Schweizer Kinder im Vorschulalter und acht Prozent der Schulkinder werden fremdbetreut, während es in der EU 33 Prozent der Vorschul- und gar 90 Prozent der Schulkinder sind. Durchaus häufiger kommt es in der Schweiz vor, dass Verwandte wie die Grosseltern, Freunde oder Nachbarn auf die Kinder aufpassen. Die Autoren der Studie «Familienergänzende Kinderbetreuung und Gleichstellung» konnten nachweisen, dass der Anteil der Schulkinder in Fremdbetreuung signifikant steigen würde, wenn ein besseres Betreuungsangebot zur Verfügung stehen würde.

Ost- und Zentralschweiz sind ungenügend ausgerüstet

In vielen Kantonen kann die grosse Nachfrage nach Betreuungsangeboten nicht gedeckt werden. Zu wenige Betreuungsplätze gibt es vor allem in den eher ländlichen Regionen der Ost- und Zentralschweiz wie Obwalden, Nidwalden, Uri, Graubünden, St. Gallen, Thurgau, Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden. Gut ausgerüstet sind die ganze Westschweiz, Bastel-Stadt, Zürich und Zug.

«Öffentliche und private Arbeitgeber sollten familienfreundliche Unternehmenskulturen und flexible Arbeitsbedingungen fördern, die es Müttern und Vätern erlauben, Familie und Beruf optimal zu vereinbaren», schlussfolgern die Autoren der Studie. Auch in der Politik müsse noch einiges getan werden, so sollten Gemeinden, Kantone und der Bund verstärkt zusammenarbeiten und das Betreuungsangebot gemeinsam ausweiten.

 

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