Kinderspielsachen künftig noch mehr mit Giftstoffen belastet

Babys nehmen ihre Kinderspielsachen gerne in den Mund. Ein natürlicher Reflex. Doch Eltern könnten bald ein ungutes Gefühl beim Spiel der Kleinen haben: Denn die EU setzt ab Juni die Grenzen für viele Giftstoffe deutlich nach oben und das Bundesamt für Gesundheit folgt der Richtlinie.

Schwermetalle in Kinderspielsachen

Schermetalle in Kinderspielsachen können die Gesundheit von Kindern gefährden. Dennoch erhöht das BfG die Obergrenzen für gewisse Giftstoffe. Bild: iStockphoto, Thinkstock.

Wie das Bundesamt für Gesundheit (BfG) schon im Oktober letzten Jahres bekannt gab, wird auch in der Schweiz eine Richtlinie der EU übernommen, die die Obergrenzen für Schwermetalle wie z.B. Blei in Kinderspielsachen neu festlegt. Innerhalb der EU tritt die Linie ab Juli in Kraft, die Schweiz hat sie ohne grosses Aufsehen schon früher verabschiedet. Während das BfG auf seiner Internetseite die Vorteile der neuen Regelung, wie Warnhinweise mit verbindlichem Wortlaut, Waschbarkeit von textilem Spielzeug für Kinder unter drei Jahren und Rückverfolgbarkeit erläutert, ist die neue Grenzwertetabelle nur in der Verordnung selbst zu finden.

Wie der Tagesanzeiger gestern veröffentlichte, dürfen demnach Kinderspielsachen künftig 50 Prozent mehr Quecksilber, 100 Prozent mehr Blei und fast 300 Prozent mehr krebserzeugendes Arsen enthalten. Auch für das als «möglicherweise krebserzeugend» eingestufte Schwermetall Antimon wurde die Grenze um das 22-fache angehoben.

Die deutsche Bundesregierung klagt nun gegen die neue EU-Richtlinie, aber ein Urteil wird es frühestens nächstes Jahr geben. Bis dahin darf das giftstoffbelastete Spielzeug auf jeden Fall im Handel verkauft werden.

Wie Eltern Giftstoffe in Kinderspielsachen erkennen können

Um die eigenen Kinder vor Giftstoffen im Spielzeug zu schützen, sollten Eltern zuerst auf ihre Sinne vertrauen: Was ungesund und chemisch riecht, ist es meistens auch. Gesundheitsschädlich sind auch viele verwendete Farbstoffe, die abfärben können. Das oft mit Weichmachern belastete PVC erkennt man an der Deklarierungsnummer 3 bei Plastik. Auch teures Markenspielzeug kann davon betroffen sein, so dass der Preis kein Garant für Sicherheit ist. Dennoch ist die Gefahr bei Billig-Importen beispielsweise aus China höher. Auf jeden Fall sollten Eltern auf der Verpackung nach Hinweisen zum Herstellungsort suchen. Das GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit) zeigt an, dass ein Spielzeug von einer unabhängigen Stelle geprüft wurde. Die Grenzwerte für beispielsweise Weichmacher sind hier niedriger angesetzt als in der Europäischen Spielzeugrichtlinie.

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