Migrantenkinder werden in der Schweiz schlecht integriert

Zwar schnitt die Schweiz in einer gestern veröffentlichten Integrationsstudie der Entwicklungsorganisation OECD gut ab. Vor allem in der Förderung von Migrantenkindern und Jugendlichen zeigten sich jedoch erhebliche Mängel.

Migrantenkinder sollen künftig besser integriert werden

Die Integration von Migrantenkindern lässt in der Schweiz laut OECD noch zu wünschen übrig. Der Bund will dies bald ändern. Foto: michaeljung - Fotolia.com

 

Obwohl das Alter ab drei Jahren für die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund als besonders wichtig gilt, ist frühkindliche Förderung in der Schweiz überraschend wenig verbreitet. Laut einer gestern veröffentlichten Studie der OECD führt dies häufig dazu, dass Kinder von niedrig qualifizierten Migranten auf einem vergleichsweise tiefen Bildungsniveau verharren und sich nach der Pflichtschulzeit nur am Rande des Arbeitsmarktes eingliedern können. Miriam Wetter, Geschäftsführerin des Netzwerks Kinderbetreuung, betont gegenüber dem Schweizer Fernsehen den Wert einer qualitativ guten Kinderbetreuung: "Wir haben uns lange mit der Frage aufgehalten, ob wir überhaupt vorschulische Betreuung brauchen. Darunter leiden wir noch heute. Es ginge jetzt darum, die Qualitätsdebatte zu führen. Wir brauchen eine gute Kinderbetreuung für Kinder mit Migrationshintergrund, aber auch für alle anderen Kinder, damit sie diese Welt entdecken können." Als mögliche Lösungsansätze schlägt die OECD kantonsübergreifend verbindliche Minimalnormen wie auch die gezielte sprachliche Förderung der Kinder von Migranten vor. Desweiteren fordert die Entwicklungsorganisation eine verbesserte Anerkennung von Diplomen, die im Ausland erlangt wurden.

Erfreulicherweise zeigt sich der Bund bereit, die Empfehlungen der OECD zu befolgen und plant unter anderem eine Revision des Ausländergesetzes. Zuwanderer sollen künftig begrüsst und über die Integrationsangebote der Schweiz informiert werden. Bei Risiken sollen Integrationsvereinbarungen wie beispielsweise der Erwerb von Sprachkenntnissen vereinbart werden.

Trotz der schlechten Resultate bei der Förderung von Migrantenkindern schneidet die Schweiz in der Studie grösstenteils gut ab. Sehr gute Noten erhält sie für die Integration der Migranten am Arbeitsplatz. Drei Viertel der Zuwanderer sind erwerbstätig, womit die Schweiz an der Spitze der 34 Mitgliedsstaaten der Organisation steht. Diese guten Resultate erklärt die OECD hauptsächlich mit dem grossen Anteil an Einwanderern aus Nachbarländern mit Deutsch als Muttersprache.

Wie beurteilen Sie die gegenwärtige Lage der Migrantenkinder? Wie sinnvoll sind die Lösungsansätze der OECD? Schreiben Sie einen Kommentar.

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