Der «moderne Mann» ist out

Frauen stufen sich eher als modern ein als Männer. Das Stereotyp «moderner Mann», der sich partnerschaftlich an Hausarbeit und Kindererziehung beteiligt, verliert bei Männern an Attraktivität. Das zeigen Ergebnisse einer deutschen Studie.

Der moderne Mann, der kocht, ist nicht beliebt.

Der moderne Mann, der bei der Hausarbeit mithilft, ist bei Männern nicht sehr beliebt.

Das Institut für Demoskopie Allensbach befragte im Auftrag der Staubsaugerfirma Vorwerk über 1700 Personen in Deutschland zum Thema Familienarbeit. Eines der Ergebnisse ist gemäss einer Mitteilung des Unternehmens vom Montag, dass 58 Prozent aller Frauen, aber nur noch 47 Prozent der Männer ab 16 Jahre sich als «moderne Frau» bzw. «moderner Mann»» sehen.

Bei den jungen Erwachsenen unter 30 Jahren stufen sich sogar 78 Prozent als moderne Frau ein, während sich gleichaltrige Männer nur zu 49 Prozent als modern einstufen. Das «könnte ein Indiz dafür sein, dass das Stereotyp des «modernen Mannes» – vor allem bei jüngeren Männern – an Profil und Attraktivität verliert», heisst es in der Studie.

Mit einer modernen Frau verbinden die Befragten Unabhängigkeit, Selbstverwirklichung, Berufstätigkeit, Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen. Als modernen Mann bezeichnen die meisten dagegen einen Mann, der sich partnerschaftlich an der Hausarbeit und Kindererziehung beteiligt und familienorientiert ist. 70 Prozent stimmen der Aussage zu, dass ein moderner Mann in seiner Freizeit, so viel es geht, mit den Kindern unternimmt. Er trifft zudem wichtige Entscheidungen mit seiner Partnerin gemeinsam.

Die Vorstellungen zum modernen Mann entsprechen vor allem den Wünschen der Frauen. 73 Prozent der Frauen finden es beispielsweise wichtig, dass der Partner viele Aufgaben im Haushalt und in der Familie übernimmt. Das sehen nur 66 Prozent der Männer so.

Die Studie stellte zudem fest, dass die Hauptlast an der Familien- und Hausarbeit nach wie vor die Frauen tragen. Die meisten Befragten fühlen sich zudem von der Gesellschaft in Sachen Familienarbeit nicht ausreichend anerkannt.

Über was sich Familien am meisten streiten, wollten die Forscher ebenso wissen. «Grund für Zoff zwischen Eltern und ihrem Nachwuchs sind in erster Linie traditionelle Themen: Ordnung halten und die Beteiligung an Familien- und Hausarbeit. Aber es gibt auch neueren Diskussionsstoff – wie die Zeit, die mit Computerspielen verbracht wird, zu hohe Kosten durch Handynutzung und Sorgen vor Cybermobbing, also vor der Belästigung im Internet», heisst es in der Studie.

Weitere Ergebnisse zur «Vorwerk Familienstudie 2011» finden Sie unter https://corporate.vorwerk.com

Weitere interessante aktuelle Familien-Themen gibt es unter familienleben.ch/blog

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