Mundart im Kindergarten

In den Luzerner Kindergärten soll Mundart gesprochen werden. Das wünscht sich nach einem Bericht der Zeitung 20 Minuten am Mittwoch die JSVP. Sie hat eine Volksinitiative lanciert.

«Schweizer Kinder sollen im Kindergarten ihre Muttersprache sprechen können», sagte SVP-Präsident Josef Kunz gegenüber 20 Minuten. Fremdsprachige hätten sich entsprechend anzupassen. Die Intitiative der JSVP «Für Mundart im Kindergarten» beinhaltet, dass in den Luzerner Kindergärten nur auf Mundart unterrichtet werden soll. Ein Jahr lang sollen nun die nötigen 4000 Unterschriften gesammelt werden, um die Initiative zur Volkabstimmung freizugeben.

Auch in Zürich gibt es eine ähnlich Initiative. Die Volksinitiative «Ja zur Mundart im Kindergarten» wurde im November 2008 mit etwa 12 000 Unterschriften eingereicht. Damit wollen die Befürworter erreichen, dass im Kindergarten grundsätzlich die Mundart als Unterrichtssprache verwendet wird und im ersten Kindergartenjahr auf Hochsprache verzichtet werden soll. Der Zürcher Regierungsrat ist gegen die Volksinitiative und hat einen Gegenvorschlag ausgearbeitet.

Auch in Luzern regt sich Widerstand. Der Luzerner Lehrerverband befürwortet die JSVP-Initiative nicht. Die Präsidentin Annamarie Bürkli erklärte, dass es gute Gründe für Hochdeutsch im Kindergarten gebe. «Die Kinder müssen die Sprache im späteren Leben beherrschen, deshalb ist ein früher, spielerischer Kontakt umso wichtiger.» Von Bedeutung ist das ausgewogene Verhältnis zwischen Hochdeutsch und Mundart.

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