Mutterbindung beeinflusst Verhalten der Söhne

Jungen, die in den ersten Jahren keine sichere Bindung zu ihren Müttern entwickeln, zeigen später häufiger Verhaltensprobleme. Fühlt sich ein Junge jedoch sicher bei der Mutter, wird er es später leichter haben.

Psychologen aus England, Holland und den USA analysierten 69 Studien, die mit insgesamt 6.000 Kindern durchgeführt wurden. Dabei zeigte sich, laut Studienleiter Pasco Fearon von der University Reading, deutlich, dass eine unsichere Bindung mit späteren Verhaltensauffälligkeiten einhergeht.

Eine sichere Bindung liegt nach Fearons Definition dann vor, wenn ein Kind das Gefühl hat, sicher zu sein und beschützt zu werden. Durch eine solche Bindung werden sowohl Sozialkompetenz und Selbstvertrauen als auch Selbstregulation gefördert. Wird diese Bindung gestört, vergrössert sich die Wahrscheinlichkeit für späteres aggressives und feindseliges Verhalten bei den Jungen deutlich.

In der aktuellen Studie wurde allerdings lediglich auf die Beziehung zwischen Müttern und ihren Söhnen eingegangen. Die Väter spielen für die Forscher bei der Entwicklung zweifellos eine ebenso wichtige Rolle, wenn auch mit hoher Wahrscheinlichkeit in anderen Bereichen. Da zu den Vätern allerdings eine viel geringere Zahl an Studien vorliegt, konnten die Auswirkungen einer schlechten Bindung auf das Kind nicht mit einbezogen werden.

Auch der tatsächliche Effekt auf Mädchen im Gegensatz zu Jungen ist bei diesem Versuchsaufbau nicht immer direkt zu erkennen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Mädchen im Gegenteil zu Jungen eher indirekt ihre Aggressionen ausleben. Während Jungen sie meist offen austragen, flüchten Mädchen sich zum Beispiel in Depressionen.

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