Nationalrat lehnt Helmpflicht für Kinder ab: Kluge Köpfe schützen sich auch ohne Pflicht

Auch wenn Kinder auf dem Velo gerne mal schnell unterwegs sind – eine obligatorische Helmpflicht für Kinder unter 14 Jahren ist laut dem Nationalrat kontraproduktiv. Mit seinem Entscheid gegen ein Obligatorium stellt er sich gegen den Bundes- und Ständerat.

Die Helmpflicht für Kinder wurden vom Nationalrat abgelehnt

Laut dem Nationalrat wäre eine Helmpflicht für Kinder kontraproduktiv. Foto: iStockphoto - Thinkstock

Kinder sollen auch zukünftig nicht gesetzlich dazu verpflichtet werden, bis zum Alter von 14 Jahren einen Velohelm zu tragen. Dafür entschied sich der Nationalrat mit 136 zu 46 Stimmen, wie der Tages Anzeiger gestern berichtete. Mit diesem Entscheid bei den Beratungen der Sicherheitsmassnahmen Via Sicura stellt er sich gegen den Ständerat und Bundesrat. «Wenn man eine Altersgrenze festlegt, ist das geradezu eine Aufforderung ab 14 Jahren keinen Helm mehr zu tragen», erklärte Evi Allemann (SP/BE). Neben der SP sprachen sich auch die SVP, FDP, GLP und die Mehrheit der Grünen gegen ein Obligatorium aus. Eine Helmpflicht für Kinder ist laut Franziska Teuscher (Grüne/BE) zudem nicht nötig, weil sich jetzt schon heute 70 Prozent aller Kinder für einen Helm entscheiden.

Erst ab sechs Jahren auf verkehrsreichen Strassen

In einem anderen Entscheid mit Altersgrenze schloss sich der Nationalrat dem Ständerat an: Kinder unter sechs Jahren dürfen Hauptstrassen nur in Begleitung einer mindestens 16-jährigen Person befahren. Evi Allemann befand dies im Namen der SP als «eine einfache und klare Lösung».

Fussgängerstreifen müssen saniert werden

Der Nationalrat und Ständerat entschieden sich des Weiteren dafür, dass der Bund künftig zusammen mit den Kantonen bauliche Vorgaben für Zebrastreifen erlassen darf. Matthias Aebischer (SP/BE) wies darauf hin, dass bei über der Hälfte der 45'000 Zebrastreifen Mängel wie schlechte Beleuchtung oder das Fehlen einer Mittelinsel bestehen. Hinter sein Anliegen, sich für die Schwächsten im Strassenverkehr einzusetzen, stellten sich die SP, CVP und die Grünen. Die FDP hingegen argumentierte, dass viele der Gemeinden bereits von sich aus tätig seien und Max Binder (SVP/ZH) sagte gar, dass an den meisten Unfällen nicht die Autofahrer, sondern die Fussgänger Schuld seien.

Das könnte Sie auch interessieren

Services & Newsletter