Mobbing in der Schule: Nicht nur Aussenseiter sind betroffen

Mobbing-Opfer sind nicht nur die «Aussenseiter», sondern laut einer Studie aus den USA auch die vermeintlich beliebten Schüler. Besonders der soziale Aufstieg in der Schule ist mit Mobbing verbunden. Doch wie kann man sich aus der Mobbing-Falle befreien?

Mobbing in der Schule

Beim Mobbing in der Schule trifft es nicht nur die Aussenseiter. Foto: ajkkafe, iStock, Thinkstock

Man kennt es entweder als Klischee aus Filmen und Serien oder aus eigenen Erfahrungen in der Realität: das Mobbing. Die Klischee-Opfer sind Aussenseiter wie Sportmuffel, Streber oder Andersdenker. In der Realität sind aber auch die Beliebten davon betroffen, fanden US-Forscher in einer Langzeitstudie heraus.

Die «Beliebten» sind auch Mobbing-Opfer

Die Daten für die Langzeitstudie erhoben Robert Faris, Studienleiter von der University of California in Davis, und seine Kollegen mit Angaben von 4‘200 Schülern, wie scinexx.de am 1. April berichtete. Sie untersuchten den psychologischen und sozialen Kontext von Teenagern zwischen der achten und zehnten Klasse verschiedener Schulen in North Carolina, indem sie ergründeten, wer zu ihnen gemein war, zu wem sie gemein waren und wer ihre fünf besten Freunde sind.

Damit werteten sie den sozialen Status der Jugendlichen in der Schule aus. «Die meisten Menschen würden nicht glauben, dass ein höherer sozialer Status das Risiko für Mobbing erhöht – aber genau das haben wir gefunden, mit nur sehr wenigen Ausnahmen», so Faris. Zudem seien die Folgen von Mobbing bei den beliebteren Jugendlichen schwerwiegender als bei den Aussenseitern. Über den Grund können die Wissenschaftler aber nur mutmassen. Der Verlust ihrer Position könnte ein Grund sein, «eine andere Möglichkeit ist, dass die beliebteren Jugendlichen einfach nicht darauf gefasst sind, Opfer zu werden und deshalb besonders sensibel reagieren», behauptet Faris.

Frei von Mobbing: wenn Aufsteigen, dann ganz nach oben

Teenager, die sich weder bei den Unauffälligen noch bei den Aussenseitern einordnen lassen, würde sich die Wahrscheinlichkeit gemobbt zu werden um 25 Prozent erhöhen, wenn sie sozial aufstiegen. Der einzige Weg aus der Misere sei nur der Aufstieg nach ganz oben, denn gemäss der Studie sind die obersten in der Hierarchie vom Mobbing nicht betroffen.

Eine Beseitigung von Mobbing ist utopisch, doch laut Faris kann Abhilfe geschaffen werden, indem man die Bedeutung sozialer Hierarchien reduziert.

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