Passivrauchen erhöht den Blutdruck bei Kindern

Bereits kleine Kinder können Bluthochdruck haben. Ein Schweizer Forschungsteam fand heraus, dass sich Passivrauchen negativ auf den Blutdruck von Kindern auswirkt. Besonders betroffen sind Kinder von Vätern und Müttern, die Zuhause rauchen. In diesem Monat wird PD Dr. med. Giacomo Simonetti, Spezialist für Kinderheilkunde am Inselspital Bern, für seine Entdeckungen ausgezeichnet.

Passivrauchen ist gefährlich für Kinder

Passivrauchen schadet dem Blutdruck von Kindern. Foto: iStockphoto - ThinkStock

Der Blutdruck im Kindesalter bestimmt weitgehend den Blutdruck im Erwachsenenalter. Je höher dieser ist, desto grösser ist das Risiko, irgendwann einen Hirnschlag oder Herzinfarkt zu bekommen. Da man bisher noch wenig über die genetischen, vorgeburtlichen und sozialen Umstände von Bluthochdruck bei Kindern weiss, stellte PD Dr. med. Giacomo Simonetti ein Team von Forschern zusammen. Diese untersuchten 4'000 Kinder im Alter zwischen vier und sieben Jahren und kamen im vergangenen Jahr zum Ergebnis, dass das Rauchverhalten der Eltern den Blutdruck ihrer Kinder erhöht.

Simonetti gewinnt Forschungspreis der Schweizerischen Herzstiftung

Für seine Entdeckung wird der gebürtige Tessiner Simonetti mit dem diesjährigen Forschungspreis der Schweizerischen Herzstiftung ausgezeichnet. Der aus 20'000 Franken bestehende Preis wird für hervorragende wissenschaftliche Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Prävention, Diagnose und Behandlung von Herz- und Gefässkrankheiten sowie Gehirnschlag verliehen. Prof. Augusto Gallino, Vorsitzender der Forschungskommission der Schweizerischen Herzstiftung, sieht in Simonettis Erkenntnissen einen wichtigen Beitrag zur Prävention: «Wenn Eltern darauf verzichten, während der Schwangerschaft, zu Hause und vor ihren Kindern zu rauchen, bewahren sie die Kinder – und künftigen Erwachsenen – nicht nur vor Lungenschäden, sondern auch vor Herz-Kreislauf-Krankheiten.»

Überreicht wird der Preis im Rahmen des Benefizkonzerts «Swing with Heart» am 11. Mai im Theater National in Bern.

Rauchende Eltern gefährden ihre Kinder

Die Studie hat gezeigt, dass Kinder einen hohen Blutdruck aufweisen können, wenn bereits ihre Eltern mit Bluthochdruck zu kämpfen haben, wenn die Kinder übergewichtig sind oder bei der Geburt ein niedriges Gewicht hatten. Als Simonetti jedoch all diese Ursachen ausschloss, zeigte sich, dass auch Kinder mit rauchenden Eltern zu einem deutlich erhöhten Blutdruck neigten. «Damit wurde zum ersten Mal gezeigt, dass Passivrauchen ein wichtiger zusätzlicher und unabhängiger Risikofaktor für Kinder ist: Bei Kindern, deren Mutter und/oder Vater rauchte, erkannten wir eine um 21 Prozent grössere Gefährdung für Blutdruckwerte im oberen Bereich als bei Nichtraucherkindern», erklärt Simonetti. Obwohl die befragten Väter öfter als die Mütter rauchten, waren vor allem die Kinder rauchender Mütter betroffen. Dies lässt sich damit erklären, dass die Väter häufig bei der Arbeit und ausser Haus rauchen, Hausfrauen jedoch Zuhause oder in der Nähe ihrer Kinder. So sind Kinder ständigem Passivrauchen ausgesetzt.

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