Neue Vorschläge für Gentests an Embryonen

Der Bundesrat hat Ende Juni einen neuen Anlauf genommen, das strikte Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID) aufzuheben. Unter strengen Auflagen sollen im Reagenzglas erzeugte Embryonen auf Gendefekte untersucht werden dürfen.

Gentests von Embryonen sollen auch in der Schweiz möglich sein.

Der Bundesrat will das Verbot der PID lockern. Foto: © Kurhan | Dreamstime.com

Die PID, also die genetische Untersuchung von im Reagenzglas erzeugten Embryonen ist seit 2001 verboten. Aber das Parlament hatte bereits 2005 den Bundesrat damit beauftragt, das Verbot zu lockern. Eine erster Vorschlag wurde aber von Spezialisten abgelehnt. Daraufhin beschloss der Bundesrat eine neue Vorlage, die sich derzeit und noch bis September in der Vernehmlassung befindet.

Zur Realisierung der neuen Vorlage müsste auch der Artikel 119 der Bundesverfassung über Fortpflanzungsmedizin und Gentechnologie im Humanbereich geändert werden, heisst es in einer Mitteilung des Bundesrates vom 29 Juni. Die Vorlage sieht vor, dass die PID nur durchgeführt werden darf, wenn die Gefahr besteht, dass das Kind aufgrund nachgewiesener genetischer Veranlagung bei den Eltern an einer schweren Erbkrankheit leiden wird.

Ausserdem sollen Fortpflanzungsverfahren mit einer PID von der Dreier-Regel ausgenommen werden. Statt drei dürfen maximal acht Embryonen pro Zyklus entwickelt werden. Zusätzlich soll es möglich sein, dass Embryonen für eine spätere Übertragung aufbewahrt werden können. «Damit soll die Zahl der Mehrlingsschwangerschaften - die mit Risiken für Mutter und Kind verbunden sind - gesenkt werden», heisst es in der Mitteilung.

Über eine Änderung des Artikels 119 zur Fortpflanzungsmedizin müsste dann auch das Volk entscheiden.

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