PISA-Studie: Unterschiede in den Kantonen

In welchem Kanton sitzen die meisten Musterschüler in den Bänken?

Schaffhausen glänzt, Tessin fällt ab: Die unterschiedlichen Schulleistungen in den Schweizer Kantonen. Foto: © lightpoet - Fotolia.com

Seit letztem Jahr liegen die nationalen Ergebnisse der PISA-Studie 2009 vor. Diese ermöglichten einen Überblick der hiesigen Schulleistungen im internationalen Vergleich. Nun erscheint «PISA kantonal» und zeigt ganz klar, wo welche Kantone brillieren und andere abfallen - mit einem ganz klaren «Verlierer».

Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie veröffentlichte gestern die Resultate der sogenannten «Zusatzstichprobe 2009», eine zusätzliche Teilstudie der PISA-Erhebungen, bei der 13 Kantone teilnahmen: der italienischsprachige Kanton Tessin, alle französischsprachigen (Genf, Waadt, Jura, Neuenburg) und zweisprachigen (Bern, Wallis, Freiburg) und fünf deutschsprachige Kantone (Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Zürich, Schaffhausen und St. Gallen). Obwohl die Erziehungsdirektion und das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie kantonalen Bildungsvergleichen in der Regel eher kritisch gegenüber stehen, sollten solch handfeste Unterschiede nicht verschwiegen werden.

Schulleistungen: Schaffhausen belegt Podestplätze

Tatsächlich sind die Abweichungen zwischen den Schulleistungen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften in den obligatorischen Schulen der verschiedenen Kantone erheblich. Wo gewisse Kantone wie beispielsweise Bern oder Zürich in jeder Untersuchung weder signifikant unter noch über dem Durchschnitt liegen, kristallisierte sich ein «Musterschüler»-Kanton ganz deutlich heraus. Es sind die Schaffhauser Schüler, die mit ihren Leistungen sehr zufrieden sein dürfen: In allen drei Bereichen besetzen sie einen der Podestplätze.

Das Schlusslicht bilden die Tessiner Schüler in der Disziplin Lesen, den jeweils zweit- und drittletzten Platz belegten sie in der Mathematik und in den Naturwissenschaften . Der italienischsprachige Kanton mit dem kargen Ergebnis erhält dennoch einen interessanten Trostpreis: Laut «PISA kantonal» wirken sich soziale Ungleichheiten in Herkunft oder Bildungsschicht im Tessin weniger als in anderen Kantonen auf die schulische Leistung aus.

Schweizer Schüler sind Mathematik-Talente

Eine weitere positive Bilanz, die bereits bei der Erhebung des letzten Jahres gezogen wurde, ist das glänzende Schweizer Ergebnis in Sachen Mathematik. Die Schweiz liegt in diesem Gebiet an der internationalen Spitze. «PISA kantonal» bestätigt diese Tatsache. Jeder vierte Schweizer Schüler gilt im Schulfach Mathematik als besonders begabt. Die Quote der schwachen Mathe-Schüler bewegt sich in einzelnen Kantonen sogar im einstelligen Prozentbereich. Lediglich vier Prozent der Schüler im Kanton Jura und acht Prozent in Schaffhausen bereitet Mathematik Kopfschmerzen.

Weitere Informationen gibt es in der Dokumentation des Konsortium PISA: PISA.ch (PDF)

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