Schule mittels Fernunterricht ist nicht erlaubt

Kinder, die nicht in die Schule gehen, dürfen nicht mittels Fernunterricht geschult werden. Das hat das Bundesgericht kürzlich entschieden.

Fernunterricht als Form von Privatunterricht ist nicht erlaubt.

Kinder dürfen nicht mittels Fernunterricht den Schulstoff lernen. Foto: © pressmaster - Fotolia.com

Ein Elternpaar aus Zürich hatte seine vier Kinder zu Hause per Fernunterricht aus Deutschland lernen lassen. Die Kinder erhielten in dieser besonderen Art des Privatunterrichts Videoteaching und mussten im Selbststudium die bereitgestellten Unterrichtsmaterialien durchlesen. Bei Fragen konnten sie die Lehrer anrufen, eine E-Mail schreiben oder die Lehrer am PC mit der Webcam kontaktieren.

Das Bundesgericht entschied aber, dass dieser Fernunterricht mit dem in der Bundesverfassung verankerten Anspruch auf einen ausreichenden Grundschulunterricht nicht vereinbar sei, wie es im Jusletter vom 28. November 2011 heisst. Der Grundschulunterricht müsse «nicht nur schulisches Wissen vermitteln, sondern auch die soziale Kompetenz der Kinder entwicklungsspezifisch fördern», lautet die Begründung.

Die soziale Kompetenz wird in der Schule beispielsweise gefördert, wenn sich die Kinder mit anderen Erwachsenen auseinandersetzen müssen und Kontakt mit anderen Kindern haben. Das ist bei Fernunterricht nicht oder nur teilweise der Fall.

Wenn ein Elternteil als Lehrer seinen Kindern Privatunterricht gibt, ist das übrigens auch nur möglich, wenn «ein ausserfamiliäres und freundschaftsunabhängiges Umfeld miteinbezogen werde», so der Jusletter.

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