Reisekrankheit im Auto: In der Mitte sitzen hilft Kindern

«Mama, mir ist schlecht.» Diesen Satz hören Eltern im Auto häufig. Kaum im Auto wird den Kindern übel und schwindelig, sie bekommen Schweissausbrüche oder müssen gar erbrechen. Doch gegen die Reiskrankheit können schon einfache Tricks, wie das Sitzen in der Mitte der Rückbank helfen.

Reisekrankheit bei Kindern durch Sitzposition mildern

Kinder, die unter der Reisekrankheit leiden, sollten im Auto in der Mitte sitzen. Bild: iStockphoto, Thinkstock.

Die so genannte Reisekrankheit tritt auf, weil das Gehirn in Fahrzeugen unterschiedliche Informationen von den Augen und dem Gleichgewichtsorgan im Ohr aufnimmt. Das Gehirn ist dann überlastet und dem Betroffenen wird übel. Rund zehn Prozent der Menschen reagieren sehr empfindlich auf ungewohnte Bewegungen und Beschleunigungen. Die Reisekrankheit tritt im Allgemeinen bei Kindern über zwei Jahren auf.

Verstärkt wird sie gerade bei der Fahrt in die Ferien dadurch, dass Kinder häufig auf der Rückbank sitzen und wenig rausschauen können. Deshalb empfehlen Experten, die Kinder auf den mittleren Sitz der Rückbank zu setzen, wie das Internetportal Swissmom.ch kürzlich meldete. Von dort aus können sie durch die Frontscheibe in Fahrtrichtung schauen, sehen Hindernisse und den Streckenverlauf vor sich. So kann sich das Gehirn leichter auf die Fahrt einstellen und den Kindern wird weniger schlecht.

Tipps und Hausmittel gegen die Reisekrankheit bei Kindern

Ausserdem hilft es laut HNO-Arzt Marcel Gärtner vom Kantonsspital Luzern einen Punkt zu fixieren. In einem SRF-Interview riet der Mediziner Eltern ab, die Kinder mit Gameboy, Lesen oder einem Laptop ablenken zu wollen. Dies verstärke die Symptome ebenso wie Stress und Angst vor der Reise. Verschiedene Medikamente können gegen die Reisekrankheit helfen, sollten laut Gärtner aber vorher zu Hause ausprobiert werden, weil jeder Mensch auf unterschiedliche Wirkstoffe anders anspreche. Zudem könnten die Präparate müde und unkonzentriert machen. Beim Arzt oder Apotheke kann man sich erkundigen, ob ein Medikament auch für Kinder geeignet ist. Der Mediziner meinte, dass auch Essen im richtigen Masse helfen könne. Ein bewährtes Hausmittel sind ausserdem Ingwerscheiben, die gekaut werden müssen.

Aber auch einfache Massnahmen, wie frische Luft und häufige Pausen können den Kindern bei der Fahrt in die Ferien schon helfen. Zudem kann man sie durch einfache Spiele ablenken: «Autos (Cars, Lastautos, Polizeifahrzeuge) unterscheiden», «Autos in verschiedenen Farben zählen» oder «Autotypen erkennen».

Tipps unserer User

  • Falls das Auto nicht voll besetzt ist, kann man auch die Kopfstütze des Beifahrersitzes entfernen. So kann das Kind auf der rechten Seite der Rücksitzbank auch gut nach vorne herausschauen.
  • Weitere gute Spiele und Zeitvertreib: «Ich sehe was, was du nicht siehst» oder Kontrollschilder lesen.

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