«Schatz, ich habe unseren Erziehungsgutschein verlegt»

So könnte es in einigen Jahren in Haushalten des Kantons Thurgau klingen. Schuld ist ein Vorstoss aus den Reihen der SVP, der Erziehungskurse für Eltern fordert. Noch mehr Stress für Eltern?

Im Thurgauer Regierungsrat wurde heiss diskutiert wie das St. Galler Tagblatt berichtet. Die Politik muss Probleme an der Wurzel packen, meinte Verena Herzog, SVP Frauenfeld und forderte in einem Vorstoss Erziehungskurse für Eltern. Besonders natürlich für die Eltern, die sich mit Weiterbildungsangeboten sowieso schon schwer tun.

Die Kurzversion der Idee: Die Eltern müssen erzogen werden, damit sie besser erziehen können und die Jugendlichen nicht mehr so schlecht erzogen sind.

Um einen Anreiz für die Elternerziehungskurse zu schaffen, könnten schon bei der Geburtsvorbereitung ein Gutschein abgegeben werden. Damit man auch bei –so der politisch korrekte Ausdruck – bildungsfernen Menschen positive Effekte bewirkt. Diese positiven Effekte kann man verstärken, indem Kinderzulagen künftig nur noch ausbezahlt werden, wenn zuvor Erziehungskurse besucht wurden.

Die Begeisterung des Thurgauer Regierungsrats hielt sich aber in Grenzen. Zwar hat er sich nicht generell gegen die Erziehungsgutscheine ausgesprochen, warnte aber vor zuviel Staatserziehung. Auch der Vorschlag eines anderen SVP-Delegierten, einen „Werte-runden-Tisch“ zu machen, fand kein Gehör.

Das heisse Eisen, Familien-Werte zu verstaatlichen, das wollte man im Kanton Thurgau denn doch nicht anfassen.

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